Woher der Stern das menschliche Ohr für sein Bilderrätsel bekam
Grafiker Timo Buske staunte nicht schlecht, als er sein Ohr im Magazin Stern entdeckte. Dabei handelte es sich aber nicht um ein missglücktes Porträtfoto von Timo, sondern vielmehr um die Grafik eines Ohres, die er vor einiger Zeit für eine Werbeagentur angefertigt hatte und nun als Arbeitsprobe auf seiner Internetseite timobuske.de präsentiert.
Da diese Bilddatei bei Bildersuchen relativ weit vorne erscheint, vermutet Timo, dass ein Stern-Mitarbeiter augenscheinlich aus irgendwelchen Gründen nicht in der Lage gewesen ist, selbst ein Ohr anzufertigen und dachte, dass es niemandem auffallen würde, wenn er sich bei einem im Netz zu findenden Bild bedienen und den Körperteil ausschneiden würde. Soviel zum Sinn der Angaben im Impressum:
Jeglicher Inhalt dieser Seite, auch die Seite selbst mit ihren Grafiken, Texten, Designs und Layouts, ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Das Kopieren oder Reproduzieren der Seite respektive von Teilen der Seite ist nicht gestattet, es sei denn, Timo Buske hat dies vorher schriftlich genehmigt
Das Ganze war übrigens in der Ausgabe 15. vom 3. April 2008. Ich hatte allerdings damit gewartet, die Geschichte zu bloggen, weil Timo noch über einen Anwalt seine Interessen vertreten ließ. Mittlerweile habe ich ein Okay bekommen, denn das Ganze ist abgeschlossen – aufgrund der eindeutigen Rechtslage auch ohne Prozeß. Der Verlag hat eine Entschädigung gezahlt. Und es stellt sich nun nur noch die Frage ob und wenn ja wie oft davor und danach noch urheberrechtlich geschütztes Material in dieser oder ähnlicher Weise Verwendung fand und findet.

Links der Screenshot von Timos Webseite timobuske.de und rechts der Ausschnitt aus dem betreffenden Bilderrätsel beim Stern




Ach ne. Das geht auch im Print so? Dachte nur in den Online-Redaktionen säßen nichts ahnende Billig-Stümper, die von Urheberrecht und Co. keine Ahnung haben!? Wahrscheinlich so’n “Synergie”-Dingens aus Print und Web.
Hm, aber das hätte der Stern doch wissen müssen, dass ein Ohr so einzigartig wie ein Fingerabdruck ist…