Wirtschaftswoche veröffentlicht Info-Grafik zur Vielfalt im Zeitungsmarkt

Screenshot: Internet-Präsenz Wirtschaftswoche
Die Wirtschaftswoche hat auf ihrer Internetseite eine Info-Grafik zur aktuellen Situation des deutschen Zeitungsmarktes veröffentlicht. Das Ganze lässt sich als PDF-Datei kostenlos herunterladen. Schon die Überschrift macht eine negative Tendenz deutlich, die sich auch durch die Karte belegen lässt: Die Vielfalt auf dem Zeitungsmarkt ist im Schwinden begriffen, da immer weniger Medien von immer weniger Besitzern immer öfter (via Zentralredaktion, Korrespondenten-Sharing, Agentur oder Pressemitteilungen) die gleichen Inhalte veröffentlichen. Daumen hoch für die Redaktion der Wirtschaftswoche für diese Übersicht und für die Behandlung des Themas. Ich würde mir wünschen, dass auch andere Medien dies aufgreifen würden, nur leider würde dies für das eine oder andere Verlagshaus wohl bedeuten, auf die eigenen Unzulänglichkeiten hinzuweisen.
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waldeck-frankenberg (im nordwesten hessens) ist übrigens ein zwei-zeitungs-kreis, was auf der karte nicht erfasst ist. dort ist es zu einer skurrilen situation gekommen: obwohl der kreis nur knapp 170.000 einwohner hat, konkurrieren mit madsack (waldeckische landeszeitung/frankenberger zeitung) und ippen (hna) zwei große verlagshäuser gegeneinander – mit teilweise fast schon absurden methoden. neu-abonnenten bekommen sündteure geschenke, abgeworbene abonnenten werden zum teil noch jahre nach der abbestellung angerufen und bekommen attraktive angebote. zudem führt die hna ihre sonntagszeitung (die in den 80er jahren eine der größten sonntagsausgaben der bundesrepublik war) einzig für waldeck-frankenberg fort (mit einer auflage von etwa 15.000 exemplaren). in allen anderen nordhessischen kreisen gibt es sonntags keine hna mehr.
der publizistischen qualität tut das (zumindest was die wlz betrifft) gut – und die hna bekommt die auswirkungen der qualitativen einschnitte unter ippen direkt zu spüren.
Vielen Dank für die zusätzlichen Informationen.