Wer wird jetzt die Fragen stellen? – Das Aus der Rocky Mountain News
Nach fast 150 Jahren hat die amerikanische Tageszeitung Rocky Mountain News dicht gemacht. Ich habe keine Zeit gehabt, mich genauer in den individuellen Fall der Zeitung einzuarbeiten, so dass ich hier eine eigene fundierte Meinung zu der Frage äußern kann, ob die Schließung wirklich wirtschaftlich unvermeidbar gewesen ist. Aber für Interessierte gibt es im Netz reichlich Material und Standpunkte zu dem Thema. Als Ausgangspunkt für eine Recherche eignen sich zum Beispiel der englische Wikipedia-Eintrag und ein eigenes Blog der Mitarbeiter “I want my Rocky”.
Interessant dürfte zudem eine 20-minütige Dokumentation sein, die in englischer Sprache frei im Netz zu sehen ist.
Final Edition from Matthew Roberts on Vimeo.
In dem Film stellt eine ehemalige Mitarbeitern der Rocky Mountain News eine Frage, die ich als Kernaussage des Ganzen betrachte und deswegen auch für die Überschrift dieses Blogbeitrags verwendet habe. Sie fragt, wer denn jetzt die Fragen stellen wird, die zuvor die (für ihre Recherchen erst 2006 mit dem Pulitzer-Preis geehrten) RMN-Reporter gestellt haben? Und frei übersetzt sowie in einen etwas erweiterten Kontext gestellt sollten wir alle uns darüber mal Gedanken machen: Wenn es die traditionellen Medien mit ihren Journalisten nicht mehr gibt – wer wird dann die Fragen stellen?
<via thomas knüwer><via franziskript>
NACHTRAG 2.3.2009: Hier noch der Hinweis auf die Internetseite der Zeitung selbst rockymountainnews.com und eine ausgezeichnete Kolumne eines Journalisten names Mike Littwin mit dem Titel “Not just closing doors, but dying”.
Eine Kostprobe:
The guys in suits – and I say that as someone who doesn’t own one – don’t understand what it means to be in a newsroom, or if they once did, they forgot.
They’re businessmen, who talk in terms of quarters. We talk in terms of stories. The Rocky lived. It breathed. It told stories that annoyed and ones that thrilled. I love both.
oder
I’ve been writing for a newspaper since I was 16. There were plenty of newspaper jobs at the time – in the days of hot type, when you read the stuff backwards and upside down, and there weren’t yet computers, only typewriters, and the guys in the composing room would slam your hand if you ever dared touch the hot type. It was romantic, at least if you were a kid and didn’t care about making money or getting home anywhere near dinner time.



