Umzug mit WordPress-Blog vollzogen
Die seit meinem letzten Umzugs-Beitrag verstrichenen fünf Tage lassen erahnen, dass die technischen Schwierigkeiten bei der Übertragung von einem auf den anderen Server groß gewesen sind. Zudem hatte ich nicht viel Zeit gehabt, mich diesem Problem zu widmen. Doch nun ist es vollbracht und der Umzug so gut wie abgeschlossen.
Was ist passiert? Bei der Domain www.journalist-und-optimist.de handelte es sich bisher nur um eine Weiterleitung auf eine WordPress-Installation in einem Unterverzeichnis auf dem Webspace der Adresse www.toleranzprojekt.de. Dies entpuppte sich schnell als unzureichenende Lösung, weil die automatischen Suchprogramme von Google oder Technorati ständig nicht den richtigen von mir gewollten Link bei sich aufnahmen und listeten, sondern immer wieder direkt auf die Domain toleranzprojekt.de verwiesen. Der eine oder andere Leser mag nun anmerken, dass es hier noch technische Möglichkeiten gegeben hätte, beispielsweise mit htaccess-Dateien zu arbeiten, aber auch damit hätte sich nicht alles lösen lassen. Und so bin ich froh, nun auf meinem eigenen (virtuellen) Server meiner Hauptdomain einen eigenen Serverplatz zuordnen zu können.
Problematisch ist beim Umzug folgendes gewesen: Ein Blog wie das meinige besteht vereinfacht gesagt aus zwei Teilen. Der erste Teil ist eine Grundinstallation von dem Programm WordPress, in dem sich über längere Zeit dann zahlreiche sogenannte Plugins, also kleine Zusatzprogramme installieren lassen, um beispielsweise Spam abzuwehren oder leichter Bilder integrieren zu können. Der zweite Teil ist eine Datenbank, die in Textform sämtliche Inhalte des Blogs umfasst bzw. aufführt. Dazu gehören in erster Linie alle Beiträge und Kommentare, aber auch alle Links zu Bilddateien und anderen Seiten, alle vorgenommenen Einstellungen und je nach aktivierter Funktion auch die Daten der Besucher und aufgelaufenen Spams. Bei mir nahm diese Datenbank im komprimierten SQL-Format 2 MB ein, was für eine reine Textdatei ja wahnsinnig viel ist. Im unkomprimierten Zustand, war die Datei sogar 6 MB groß. Der direkte Import der komprimierten Datei funktionierte übrigens immer problemlos und schnell. Der Versuch, von Hand einzelne Segmente aus der Datenbankdatei zu kopieren und über phpMyAdmin eintragen zu lassen, stieß sowohl bei den Beiträgen als auch bei den Kommentaren an seine Grenzen und führte zu einer Fehlfunktion.
Ich habe nun mit dem Datenbank-Tool von 1&1 meine Datenbank extrahiert und via phpMyAdmin auf einer Datenbank auf meinem neuen Server importiert. Dann habe ich per FTP alle Dateien meines alten Blogs auf den neuen Server kopiert. Doch es lief nicht so, wie ich es wollte. Bei der Einzelbeitragsansicht wurden die Inhalte in der sogenannten Fußzeile und auch in der rechten Randspalte nicht angezeigt. Mein erster Verdacht, dass es etwas mit den Kommentaren zu tun haben könnte, bewahrheitete sich später. Nach längerem Probieren erkannte ich, dass sowohl das Plugin “Subscribe to Comments” (Kommentare zu einem bestimmten Beitrag abonnieren) als auch “Get Recent Comment” (an einem frei zu wählenden Ort die jüngsten Kommentare anzeigen) den Fehler auslösten, wenn ich sie aktivierte. Wenn ich sie deaktivierte, funktionierte alles. Die goldene und lange gesuchte Lösung ist dann gewesen, mit phpMyAdmin von Hand in die Kommentardatenbank zu gehen und genau 283 SPAM-Kommentare zu löschen, die zwar nie im Blog angezeigt, jedoch in der Datenbank gespeichert worden sind. Danach funktionierte alles problemlos.
Da ich den Dienst Feedburner nutze, habe ich keinen einzigen RSS-Abonnenten verloren. (Was ist RSS?) Ich musste nur gestern den Link von meinem Feed auf der alten Installation (www.toleranzprojekt.de/blog/wp-rss.php) gegen den neuen Link austauschen (www.journalist-und-optimist.de/wp-atom.php) und nun sollte alles funktionieren. Allerdings wundert es mich etwas, dass sich innerhalb von zwei Tagen die Zahl meiner Abonnenten um mehr als 20 auf zurzeit 86 erhöht haben soll. Ich vermute hier eher einen “Schluckauf” bei Feedburner, der vielleicht das eine oder andere Abo doppelt zählt.
Eine äußerst lästige Angelegenheit beim Serverwechsel sind die Umlaute, die nun bei mir in allen Beiträgen verhunzt sind sowie die Verlinkung von etwa 200 Bildern auf den alten Server. Beides muss ich von Hand ändern und habe dies bereits gestern für etwa die Hälfte meiner bisherigen 219 Einträge gemacht. Wenn jemand trotzdem irgendwo anstelle eines ü,ä,ö oder “ß” ein Fragezeichen findet oder ein Bild nicht angezeigt wird, habe ich dort noch nichts geändert, oder es übersehen. Für kurze Hinweise bin ich immer dankbar.
Wer selber keine Erfahrung mit der Materie hat, wird vielleicht aus den oberen Zeilen nicht vollkommen nachvollziehen können, wie viel Arbeit mit dem mehrfachen De- und Installieren sowie der Fehlersuche verbunden gewesen ist. Letztendlich ziehe ich aber ein positives Fazit, da ich einiges über die technische Seite meines Blogs gelernt habe und zukünftigen Problemen gelassener entgegensehe.




Statt die Umlaute per Hand zu ändern hättest du natürlich auch die Zeichensätze beim Import beachten müssen.
Ich lerne immer gerne dazu. Als Orientierung für den Datenbank-Ex- und Import hatte mir diese Anleitung hier gedient. welche Einstellungen hätte ich denn ändern bzw. was genau machen müssen, damit die Umlaute nicht verloren gehen?
Meist ist der Zeichensatz der sql-Datei Schuld. Ich weiß nicht ob das zu technisch für dich ist, aber schau mal hier. Insbesondere alles wo iconv steht dürfte interessant sein
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Server-Umzüge sind hart.
Schön, daß es bei Dir letztlich geklappt hat.
Für den Umzug von WordPress- zu WordPress-Installation gibt es Plugins, die alles aus SQL rausziehen, was sie benötigen.
Das vereinfacht die Sache – beim nächsten Mal.
@flash: Danke für den Tipp. Beim nächsten Umzug werde ich nicht mehr von Hand alle Umlaute umstellen.
@Rene: Ja, Du hast Recht mit den Plugins. Problematisch kann es nur sein, wenn bei einer WordPress-Installation wie der meinen nach ein paar Monaten ein ganzer Wust an ausprobierten und wieder deaktivierten Plugins noch immer seine eigenen Tabellen in der Datenbank hat und es dadurch teilweise etwas unübersichtlich wird, welche Datensätze exportiert werden sollten und welche nicht. Denn wenn ich auf dem neuen Server eine ganz neue Installation nutze, kann es zu Problemen kommen, wenn in der Datenbank noch irgendwelche Altlasten enthalten sind. In diesem Lichte scheint phpMyAdmin gar nicht unbedingt mal als schlechte Lösung, oder?