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Schnell noch anmelden zum Wegweiser-Nachwuchsjournalistenpreis 2009

29. Januar 2009 Keine Kommentare

Wer es noch nicht getan hat und gemäß den hier zitierten Teilnahmebedingungen tun könne, dem kann ich nur raten, es noch bis Samstag, 31. Januar 2009, zu tun: Die Anmeldung beim Wegweiser-Nachwuchsjournalistenpreis.

Teilnehmen dürfen alle Nachwuchsjournalisten im Alter zwischen 14 und 24 Jahren, die in Schülerzeitungen, freien Jugendzeitschriften, auf Jugendseiten von Tageszeitungen oder in sonstigen öffentlich zugänglichen Publikationen in Wort oder Bild arbeiten und gestalten. Wichtiger Hinweis zur Talent-Sichtung: Um am Wettbewerb um den LBS Wegweiser-Preis für Nachwuchsjournalisten teilnehmen zu können, dürfen auch unveröffentlichte Beiträge eingereicht werden!

Der Wettbewerb um den LBS Wegweiser-Preis für Nachwuchsjournalisten konzentriert sich auf deutschsprachige Beiträge in elektronischer bzw. in schriftlicher Form. Audiovisuelle Beiträge müssen deshalb zugleich auch in Schriftform, also als Textdatei eingereicht werden (Transkription der Audio-/Video-Formate).

Und nochmal in Stichworten für alle die, die etwas länger brauchen, um die Chancen dieses Wettbewerbs zu begreifen. Es zählt weder von wem die Beiträge sind (außer das der Teilnehmer zwischen 14 und 24 Jahren alt sein sollte), noch ob und wo die Beiträge bereits veröffentlicht worden sind, sondern sie müssen nur möglichst gut sein. Es gibt auch keinen Heckmeck mit vorgelagertem Posteinsendeschluß, weil das Beitrags-Material soweit ich es verstehe bis zur letzten Stunde bequem über die Internetseite hochgeladen werden kann.

Und dafür stehen folgende Gewinne in Aussicht: Die besten 20 Teilnehmer können an einem exklusiven Journalismus-Coaching im April in Berlin teilnehmen. Zusätzlich warten auf die ersten drei Plätze ein Apple Macbook (1. Platz), ein Iphone (2. Platz) und eine Digitalkamera (3. Platz).

Also wenn Du, liebe Leserin, lieber Leser in dem Alter sein und dich journalistisch interessieren solltest, dann würde ich mich an Deiner Stelle, die nächsten zwei Abende vor den Rechner setzen und spätestens am Samstag (31. Januar 2009) zum Einsendeschluß einen Beitrag hochladen – vor allem, wenn ihr bereits fertiggestellte oder sogar veröffentlichte Beiträge vorliegen habt, gibt es überhaupt keine Entschuldigung mehr.

Hinter dem Preis stehen übrigens die UVK Verlagsgesellschaft in Konstanz, die Jugendpresse Deutschland, der Deutsche Fachjournalistenverband DFJV, die KLARA Schule für Journalismus in Berlin sowie als Drittmittelgeber die LBS West Münster. Mehr Informationen stehen auf der Wettbewerbsseite: wegweiser-journalistenpreis.de

Und wer es wirklich nicht mehr schaffen sollte und nächstes Jahr auch noch unter 25 ist, wird sich hierüber freuen:

Der LBS Wegweiser-Preis für Nachwuchsjournalisten wird jährlich zu Beginn eines neuen Schuljahres ausgelobt und im April des Folgejahres im Rahmen einer Festveranstaltung überreicht.

Die Souffleure der Mediengesellschaft – Buchrezension

9. Oktober 2008 Keine Kommentare

Auf Basis von Umfragen aus den Jahren 1993 und 2005 lassen sich in “Die Souffleure der Mediengesellschaft” interessante und dank der zugesicherten Anonymität der Befragten auch halbwegs ehrliche Angaben über die Arbeitssituation und das Selbstverständnis der journalistischen Zunft gewinnen. Der Hamburger Journalistik-Professor Siegfried Weischenberg scheut mit seinen Mitautoren Maja Malik und Armin Scholl dabei augenscheinlich keine Provokation. Beispielsweise warnen sie offen vor der Tendenz, dass Journalisten besonders nach einer gewissen Fernsehpräsenz selbst zu Prominenten werden können. Diese “Alphatiere” oder auch “Häuptlinge” prägen anschließend das Bild einer gesamten Berufsgruppe, von der sie selbst statistisch nur einen Bruchteil ausmachen und können durch ihre Netzwerke und Klüngelei das Gleichgewicht der Machtverhältnisse innerhalb der Branche ins Wanken bringen. Außerdem prangern die Autoren Boulevardisierung und überzogene Sparmaßnahmen an.

Überraschend unverblümt ist zu lesen, dass die Ideen für die Zusatzgeschäfte mit Büchern, Lexika, Musik- und Film-Editionen, die bei den größeren Verlagen Zeitungsverlagen teilweise enorme Einnahmen bescheren, alle “nur (aus dem Ausland) geklaut sind” (wörtliches Zitat). Wer sich für die Unterschiede der Ergebnisse von 1993 und 2005 interessiert, erfährt unter anderem, dass die Bereitschaft, bei Recherchen “härtere Methoden” wie versteckte Kameras anzuwenden, deutlich abgenommen hat. Etwas kurz kommt im Werk der Einfluss von Bürgermedien und Blogs zur Sprache. Auf ganzen zwei Seiten geht es um neue Kommunikationsformen, wobei die Verfasser Argumente für (Dan-Rather-Geschichte) und gegen (ungefilterte PR-Einflüsse) Blogs nennen. Weiterhin beschäftigt das Autorentrio sich mit dem persönlichen Umfeld, sozialen Bindungen, der professionellen Arbeitsumgebung sowie Tendenzen der Kommerzialisierung und Deprofessionalisierung. Das gesamte Zahlenmaterial lässt sich im Anhang in Tabellenform betrachten und für eigene Interpretationen nutzen.

So interessant die Resultate auch sein mögen, muss man sich natürlich über den Hintergrund der Studie klar sein. Wie im Buch erläutert wird, hat die ursprüngliche Menge an geplanten 3.534 zu befragenden Journalisten aus allen relevanten Medienbereichen, Hierarchiestufen und Geschlechtern in Deutschland im Ergebnis 1.536 tatsächlich verwertbare Interviews gebracht. Dabei sollten aber auch Faktoren wie die Zeitnot und die letztendlich nicht vollkommene Anonymität während der Befragung berücksichtigt werden. Welcher Chefredakteur oder Ressortleiter wird sich im Schnitt 38 Minuten (Angabe aus dem Buch) Zeit nehmen, um gegenüber einer wildfremden Person am Telefon aus dem Nähkästchen zu plaudern und alle Schwachpunkte und Nachteile seiner Arbeitsstelle offen und unverblümt zu nennen? Gerade wenn jemand unter Druck steht, täglich um seine Position oder seine Anstellung kämpfen zu müssen – eine heute leider nicht allzu seltene Situation – wird er sich meiner Meinung nach vermutlich bei so einer Befragung eher versöhnlicher und optimistischer zeigen, um keine unangenehmen Folgen zu riskieren. Anderseits mag mancher auch durch die aktuellen – und auch im Buch deutlich werdenden – Unwägbarkeiten so angefressen sein, dass er den Interviewern zwar nicht vom Bürotelefon wohl aber vom Privathandy oder nach Feierabend vom Festnetzanschluss offen Rede und Antwort steht.

Dieses Hinterfragen der angewandten Methode soll jedoch nicht in den Hintergrund rücken lassen, dass das Buch ein ungemein interessanter Beitrag zur deutschen journalistischen Fachliteratur ist. Und gerade die negativen und kritischen Tendenzen, die sich so deutlich und vor allem durch eine Datenbasis fundiert an anderer Stelle kaum finden lassen, zeigen, dass das Konzept greift. “Die Souffleure der Mediengesellschaft” ist nicht mehr und nicht weniger als Pflichtlektüre für jeden, der sich ernsthaft mit der aktuellen Situation des Journalismus in Deutschland auseinandersetzen möchte.

> Link zu einer 18-seitigen Leseprobe (PDF).
> Link zum Inhaltsverzeichnis (PDF)
> Link zum Buch auf der Verlagsseite

Die Souffleure der Mediengesellschaft
Report über die Journalisten in Deutschland
Siegfried Weischenberg
Maja Malik
Armin Scholl
1. Auflage 2006, 316 Seiten
ISBN 978-3-89669-586-4
19,90 Euro

Das Buch ist erhältlich direkt beim UVK-Verlag sowie in sämtlichen Buchhandlungen.

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