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Warum die 20000 versprochenen Follower bei tweetergetter.com ein Hoax sind

February 15th, 2009 Joachim 2 comments

Eben bin ich auf das Projekt tweetergetter.com gestoßen, bei dem in Schneelballsystem-Manier mit Followern gehandelt wird. Wenn jemand sich bei tweetergetter.com anmeldet wird eine eigene Unterseite für ihn angelegt z.B. http://tweetergetter.com/MikeeesSongs, auf der an erster Stelle sein und anschließend noch vier weitere Twitteraccounts genannt, die es zu followen gilt. Doch wie wird die Seite bekannt gemacht? Wer sich mit seinen Twitterzugangsdaten bei dem Projekt einträgt, erhält nicht nur die automatisch erstellte Unterseite, gleichzeitig wird über den eigenen Account ein Tweet verschickt, der folgendermaßen lautet:

RT @garymccaffrey has a crazy idea. 19,530 new twitter followers in 30 days? Check it out http://tweetergetter.com/MikeeesSongs

Außerdem ist man mit noch bis zu vier weitere Level tiefer auf jenen individuellen Unterseiten vertreten, die durch eine Empfehlung von einem selbst zustande kamen. Im Idealfall soll man so fast 20.000 neue Follower innerhalb von einem Monat erhalten.

Screenshot: Ausschnitt von Tweetergetter.com

Ich habe es mal beispielsweise an dem Account http://twitter.com/MikeeesSongs überprüft, als dieser sich frisch angemeldet hatte. Er hat in der ersten Viertelstunde ganze 3 neue Follower erhalten, sich also von 5 auf 8 gesteigert. Es bleibt abzuwarten, was noch in den nächsten 30 Tagen hinzukommt. Meine Vermutung: Der einzige, der wirklich an der ganzen Aktion profitiert hat, ist der Initiator des Ganzen, Gary Mc Caffrey, der innerhalb von vier Tagen bereits etwa 9.400 Follower bekam.

Hier dazu die öffentlich einzusehende Statistik beim Dienst http://twittercounter.com/garymccaffrey.



Dass Ganze ist also ein Nepp, von dem ich euch nur abraten kann. Und selbst wenn es funktionieren würde: Was bringt es denn, wenn mich über das oben beworbene Schneeballsystem ein paar hundert zusätzliche Leute followen würden, die sich aber gar nicht für mich interessieren und wohl auch die deutsche Sprache nicht verstehen würden. Und was bringt es generell, wenn ich selbst ein paar hundert Leute followe und so mein Nachrichtenstream immer vollkommen überflutet mit Einträgen von fremden Leuten ist, während die Einträge, die mich wirklich interessieren, darin untergehen?

Nennt mich einen Idealisten oder auch einen Romantiker. Aber für mich funktioniert es mit den Leserzahlen bei Blogs und den Follower-Zahlen bei Twitter rein über den Inhalt. Wenn ich mir Mühe gebe, regelmäßig gute Beiträge zu verfassen, dann erhöht sich automatisch die Zahl derjenigen, die meine Inhalte für relevant halten. Und ich freue mich wie ein Schneekönig über jeden einzelnen neuen Abonennten. Gerade bei Twitter war das in den letzten Tagen ein Quell steter positiver Impulse, da sich meine Follower-Zahl auf die magische 50 erhöht hat. Ich möchte mich bei euch allen für euer Interesse bedanken.

Schon wieder der blöde Walfisch

February 11th, 2009 Joachim No comments

Twitter ist gerade down. Das blödeste, wenn Twitter down ist, ist dass man nicht twittern kann, dass es down ist. Aber dafür hat man ja ein Blog.


Beim ersten Mal fand ich diesen Walfisch noch amüsant.

Übrigens habe ich jetzt meine Twittermeldungen rechts in die Seitenspalte des Blogs integriert. Und darüber finden sich noch ein paar Links zu anderen Webzweipunktnull-Seiten von mir.

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Schwarmintelligenz erhöht via Twitter die Qualität der Massenmedien

February 9th, 2009 Joachim 3 comments

Erinnert sich noch jemand, wie ich damals vor gaaanz laaanger Zeit am 9. Februar 2009 in dem Beitrag Abendzeitung und Welt-kompakt halten interredaktionellen Austausch via Twitter folgende Prophezeiung gemacht habe?

Eventuell ist es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Redaktionen einzelne Beiträge kurz vor dem Druck noch mal von engagierten Twitterlesern kostenlos Korrektur lesen lassen.

Nun, ja. Es hat wirklich nicht lange gedauert. Um genau zu sein, nur wenige Stunden…

Eben habe ich den Twitter-Account von Spiegel-Online-Chefredakteur Wolfgang Büchner entdeckt und dort gab es folgenden Aufruf zu lesen:

wbuechner
@ alle SPIEGEL-ONLINE Leser. Fehler sind ärgerlich, manchmal peinlich. Aber korrigierbar. Wir bedanken uns für jeden Hinweis! #fehler #spon

Soviel zur Theorie. Und die Praxis? Aktuell von heute hier Beispiel 1:

Elias84:
Die CSU bekommt 2 verschiedene Generalsekretäre, zumindest in einem Artikel von Spiegel Online.

wbuechner:
@Elias84 repariert. Danke für den Hinweis!


Und aktuell ebenso von heute Beispiel 2:

Sichelputzer:
Warum sehe ich bei SpOn keinen Link zum besagten Blog? http://tinyurl.com/crvxb3

wbuechner:
@Sichelputzer Wird nachgepflegt. Danke für den Hinweis.

Sichelputzer:
@wbuechner Dafür schätze ich Twitter… :)

wbuechner:
@Sichelputzer Ich auch :-) Schönen Tag!

Noch eine Zugabe? Ok, hier – natürlich wieder frisch von heute:

macx:
@Sichelputzer SPON verlinkt nie. Die haben das Netz nicht wirklich verstanden.

wbuechner:
@macx Aber zum Glück gibt es ja freundliche Twitterer, die auf Versäumnisse hinweisen. Links ist nachgetragen. Schöne Grüße!

Ich würde sagen, wir bekommen hier gerade eine für den deutschen Medienbereich revolutionäre Entwicklung mit. Oder erinnert sich jemand an andere Situationen, in denen Privatpersonen dem Chefredakteur eines der größten und wichtigsten Medien des Landes mal eben auf einen inhaltlichen Fehler in einem Artikel aufmerksam machen konnten? Wenn das Beispiel Schule machen wird – und ich gehe davon aus und befürworte zudem ausdrücklich, dass es so sein wird – dann wird auch die Konkurrenz nachziehen. Ich würde sagen, die Redakteure in Deutschland dürfen sich darauf einstellen, dass zukünftig mehrmals am Tag schnell mal Fehler in Online-Beiträgen korrigiert werden müssen. Optimistisch gesehen, könnte die Weisheit der Massen die Qualität der Massenmedien erhöhen.

Auf jeden Fall halte ich es schon mal für lobenswert, dass Wolfgang Büchner sich auf eine moderne Kommunikationsform wie Twitter einlässt, um der vielbesagten Isolation des Elfenbeinturms zu begegnen, der Chefredaktionen bislang im Regelfall unterlagen.

Nachtrag: Hier in einem Beitrag auf dem Blog Media & Digital der Journalistin Ulrike Langer eine ausführliche Äußerung von Wolfgang Büchner zum Twitterkonzept von Spiegel Online

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