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Medium-Magazin mit neuem Internetauftritt und frei zugänglichem Archiv

February 18th, 2009 Joachim No comments

Eine Fügung des Schicksals wollte, dass ich vor zwei Jahren mal persönlich Gelegenheit hatte, einen Blick auf die Zentrale des Verlags Johann Oberauer in Salzburg zu werfen. Ich fand es beeindruckend, mit was für einem persönlichen Engagement und was für einer kleinen aber effektiven Mannschaft da aus einem umgebauten Einfamilienhaus der deutschprachige Medienmarkt aufgemischt wird. Und ich finde es belebend, dass die Österreicher seit ein paar Jahren mit dem Medium-Magazin auch in deutschen Gefilden “wildern” und die hiesige etablierte Medienberichterstattung aufmischen. Jenes hat nun seinen Webauftritt neu gestaltet (Offizielle Pressemitteilung) und wirbt unter anderem mit einem frei zugänglichen Archiv der Jahrgänge 2008 und 2007.  Die 20 Seiten der aktuellen Ausgabe 1-2/2009 lassen sich als E-Paper in einem Viewer betrachten und angenehmerweise unkompliziert als PDF-Datei herunterladen.


Ein Quell der Inspiration versteckt sich unter dem Reiter “Best of“, wo sich bequem als PDF-Datei die Teilnehmerbeiträge von fünf großen Journalistenwettbewerben herunterladen lassen (Henri-Nannen-, Theodor-Wolff-, Axel-Springer-, HelmutS-Schmidt-Preis und der Journalistenpreis der Robert-Bosch-Stiftung). Die Werkstatt-Hefte-Serie hat ebenfalls eine eigene Unterseite, bietet aber keine kostenlos zugänglichen Informationen. Vielleicht hätte man überlegen sollen, zum Test eines der vorgestellten Werkstatt-Hefte oder wenigstens ein paar Seiten daraus als PDF-Datei zur Verfügung zustellen.

Bei der Bekanntgabe auf dem Twitter-Account des Magazins, durch den ich in den letzten Tagen schon auf mehrere interessante Stories gestoßen bin, wird betont, dass “Lob & Kritik” willkommen sein. Hier also nun das Lob: Die Seite ist übersichtlich, die Farbkombination etwas ungewöhnlich aber angenehm. Der Grundgedanke, die Inhalte zukünftig frei anzubieten ist in meinen Augen unterstützenswert. Dafür nehme ich auch gerne in Kauf, dass dort Anzeigen zu sehen sind.

Meine kritischen Anmerkungen beziehen sich eher auf technische Details und Korinthen. So wird im Footer gesagt, dass “Google Adsense” für das Tracking der Besucher verantwortlich ist, was mich zur Frage führt, ob nicht doch “Google Analytics” gemeint ist. Und auf den Gedanken hin, dass es im Impressum ja deutlicher erläutert sein müsste, fällt auf, dass dort (noch) die eigentlich obligatorische Datenschutzerklärung fehlt. Zudem sind URLs wie “http://www.mediummagazin.de/?page_id=2170″ imho einfach nicht schön und sollten zu “sprechenden URLs” gemacht werden, was sich unter anderem mit der Permalink-Einstellung von Wordpress relativ in 3 Minuten realisieren lassen sollte. Und sonst noch spontan was zu meckern? Das Angucken im E-Paper-Modus ist meine Sache nicht – betrübt mich aber auch nicht weiter, da sich das Heft ja als PDF-Datei herunterladen lässt. Ich finde es schade, dass es die älteren Ausgaben nicht auch als PDF gibt, aber wahrscheinlich werden da in Kürze Adsense-Anzeigen geschaltet, um die kostenlose Bereitstellung zu refinanzieren und dann sollten die Leute es auch online lesen und nicht einmal komplett auf den eigenen Rechner herunterladen können.

Wer die neue Seite mit der Webseite des DJV-Verbandsmagazins Journalist vergleicht, sieht, dass die Rommerskirchener nun deutlich in Zugzwang geraten. Sogar deren Konkurrenz aus dem Hause Verdi stellt bereits seit Jahren ihre Inhalte online. Warum stehen die Inhalte des Journalisten noch nicht frei im Netz zur Verfügung? Das würde ich – nebenbei bemerkt DJV-Mitglied – mal als Leserservice begrüßen.