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Google macht Adsense-Werbung für sich selbst

21. Februar 2009 2 Kommentare

Etwas, dass Google-Pressesprecher Stefan Keuchel bei einem Besuch im Mai 2008 noch betont hatte, war die große Zurückhaltung des Unternehmens in Sachen Eigenwerbung. Doch die Zeiten ändern sich. Und nachdem kürzlich anlässlich der Google-Phone-Premiere das erste Mal Werbung auf der Google-Startseite erschien, scheint Google nun Adsense-Werbung für Adsense/bzw. AdWords zu schalten. Ein größeres Maß an Eigenanzeigen zu Heften des gleichen Verlagshauses sind in Magazinen ja immer ein Anzeichen dafür, dass sich nicht alle Anzeigenplätze verkaufen ließen. Ob die Werbekrise sich inzwischen so ausgeweitet hat, dass sogar im digitalen Werbebereich nicht alle Spots belegt sind? ;-)

Screenshot von Abendblatt.de vom 18.2., 23.20 Uhr

Mein neues Traumpaar – Picasa 3 für den Mac und Ipernity

12. Februar 2009 5 Kommentare

Seit ich Mac-Nutzer bin ist in Computerdingen Ordnung, Ruhe und Sicherheit in mein Leben eingekehrt. Nur mit Iphoto konnte ich mich bis heute nicht abfinden. Ich finde die Bedienung unpraktisch. Die Übersicht ist (ich habe zurzeit ein Archiv mit 18.000 Fotos) mangelhaft, die Tag-Funktion umständlich. Was mich aber mit am meisten nervt, ist dass Iphoto die Dateien nicht als normale Einzeldateien auf der Festplatte belassen und verwalten kann, sondern in einem eigenen Verwaltungssystem schluckt. Das ist nicht zuletzt für Sicherheitskopien sehr unpraktisch, wenn jemand wie ich 30GB an Fotomaterial besitzt, aber nicht die Möglichkeit hat, bequem nur Teile davon zu sichern. Zudem war es jedes Mal ein Akt, wenn ich ein Bild aus meinem Archiv bloggen oder jemandem schicken wollte, weil ich es erst aus Iphoto herauskopieren und dann mit anderer Software weiterbearbeiten musste. Grundsätzlich lasse ich nichts auf meinen Mac kommen, habe mich als Thunderbird-Veteran sogar mittlerweile daran gewöhnt, meine E-Mails wie im Programm “Mail” üblich in wenigen großen Ordnern aufzubewahren und dann mittels Suchfunktion die Übersicht zu behalten. Doch Iphoto war mir von Anfang an ein Dorn im Auge. Ich musste bisher in diesen (Achtung Kalauer) “sauren Apfel” beißen, weil es bei Bildverwaltungssoftware keine vernünftige Alternative gab, die sich in einem für mich vertretbaren finanziellen Rahmen bewegte. Bis gestern.

Denn gestern habe ich das frisch für den Mac erschienene Picasa 3 von Google installiert und sehe mich am Ziel meiner Träume. Natürlich gibt es Funktionen, die genial sind, aber bereits bei Iphoto enthalten waren oder meines Wissens in der neuen Version enthalten sein werden. So lässt sich mit einem Knopfdruck aus einer Auswahl von Bildern eine Collage erstellen, anschließend verändern und speichern. Ebenfalls möglich: Mit wenigen Klicks aus einer Bildauswahl einen Film erstellen, mit Hintergrundmusik versehen und bei Youtube oder anderen Filmportalen veröffentlichen.

Nun aber zu den Eigenschaften, die ich bei Iphoto kläglich vermisste. Picasa ist tolerant und akzeptiert die Dateien so wie sie sind, in der Struktur und an dem Ort auf meinem Rechner, den ich mir nach Lust und Laune aussuchen kann. Picasa erlaubt ein sehr schnelles Taggen und Beschreiben von einzelnen oder mehreren Bildern. Picasa hat eine praktische kleine Infozeile im unteren Bildbereich, die mir bei jedem Bild Namen, Erstellungsdatum und Uhrzeit, Bildgröße, Dateigröße und gegebenenfalls gesetzte Tags anzeigt. Und wenn ich zwei oder mehrere Bilder auf einmal markiere, werden in der Zeile die zusammengerechneten Informationen angezeigt. Wenn ich in ein Bild hineinzoome, erscheint automatisch am Rand eine kleine Ansicht des Gesamtbildes, die mir zeigt, wo ich mich gerade befinde. Wenn ich ein Bild in der Einzelansicht betrachte, kann ich über Rechtsklick ein Menü öffnen, dass mich das Bild in allen Bildbearbeitungsprogrammen öffnen lässt, die auf meinem Rechner installiert sind. Als einziger wirklicher Nachteil gegen über Iphoto ist mir bislang aufgefallen, dass man Bilder nicht mit eins bis fünf Sternen sondern nur noch mit einem Stern bewerten kann. Schade. Ich habe durchaus Bilder, die ich in unterschiedlicher Weise “gut finde” und besser auseinander halten würde.

Bei Picasa 3 handelt sich noch um eine Betaversion. Meine Bilanz nach einem Tag ist ein Absturz. Das kann ich verschmerzen, weil ich es erstens von anderer Apple-fremder Software wie Firefox und OpenOffice auch gewohnt bin und weil es zweitens immer noch nichts im Vergleich zu jenen Absturzzahlen ist, die ich in all den Jahren auf meinen PC-Systemen erleben musste. Was den Preis angeht, so gilt wie bei allen Google-Softwareprodukten: Es kostet kein Geld, du verkaufst nur deine Seele (siehe Themenbereich Datenschutz bzw. Google-Weltverschwörung). Wie man sieht, hat es mich nicht abgehalten.

Übrigens lassen sich im unteren Programmbereich Buttons installieren, die auf Knopfdruck eine Bildauswahl bei Flickr, Photobucket, Ipernity oder Facebook hochladen können. Und damit möchte ich zum zweiten Thema kommen: Zukünftig werde ich meine Bilder bei Ipernity hosten. Inwiefern das von Erfolg gekrönt sein wird, werden wir sehen.

Google, Bambi und der Weg einer Meldung

3. Februar 2009 Keine Kommentare

Screenshots der betreffenden Szene aus Streetview

Einer der Kamerawagen, mit denen das Unternehmen Google zurzeit in mehreren Ländern Straßen abfotografiert, um sie später im Rahmen des Projektes “Streetview” online begehbar zu machen, hat im amerikanischen Bundesstaat New York ein Rehkitz angefahren. Aufgefallen ist das Ganze anscheinend erst, als die betreffenden Bilder über Streetview einsehbar waren. Anschließend hat Google die Aufnahmen entfernt, weil mehrere Nutzer über die Beschwerdefunktion von Streetview ihr Missfallen geäußert haben sollen. Während diverse Blogger und Online-Journalisten nun ihre Kreativität ausleben können (“Google ist doch böse”, “Google killt Bambi”) und Google in einer offiziellen Stellungnahme den Vorfall bedauert und Verhaltenstipps für solche Fälle wiederholt, finde ich es interessant, wie sich der Verbreitungsweg der Meldung nachverfolgen lässt:

1. Darauf gestoßen bin ich auf dem Blog Ringfahnung.de des Hamburgers Erik Hauth:
Google Streetview killt Bambi und entfernt Beweisfotos (30.1.2009)

2. Der hat es von dem Magazin/Blog DE:BUG:
Beweis Google doch böse (30.1.2009, 13:04 Uhr)

3. DE:BUG verweist als Quelle auf die Twitter-Suchmaschine Twitturly
Twitturly-Eintrag (29.1.2009, 9:49am amerikanischer Zeit)

4. Laut Twitturly enthalten bis zu diesem Zeitpunkt bereits 818 Twittermeldungen den Link auf einen Gizmodo-Bericht zu dem Thema:
Google Maps Car Hits a Deer (29.1.2009, 12:40pm – amerikanischer Zeit)

5. Der Gizmodo-Bericht bezieht sich auf das Blog The Daily What
Google Maps find of the day: The Google Maps van runs over a baby deer (29.1.2009)

6. Und von dort führt der Weg zu einem Eintrag bei der Neuigkeiten-Topliste reddit (eine Art Digg)
Young Deer hit by google map VAN. Cought on street view (29.1.2009)

Der Nutzer bei reddit gibt leider keine Quelle an. Ich hab mal nach Beiträgen geschaut, die schon vor dem 29.1. über das Thema berichtet haben, aber auf die Schnelle nichts entdeckt. Auch die anderen Blogs, die ebenfalls am 29.1. berichtet haben wie dieses und dieses beziehen sich bereits auf den Eintrag in “The Daily What” (Siehe oben Schritt 5).

Zeitweise dachte ich, dass die Meldung eventuell von dem kleinen Eintrag Google Maps Street View Captured Running Over a Baby Deer! auf der Seite Streetviewgallery stammt, die anscheinend darauf spezialisiert ist, merkwürdige und kuriose Fotos auf Streetview aufzuspüren und zu veröffentlichen. Dort wird nicht der Zeitpunkt der Erstellung angegeben, sondern wieviel Zeit seit der Onlinestellung des Beitrages vergangen ist. Jetzt wird das Ganze zu einer komplizierten Rechenaufgabe mit den Zeitzonen, von denen ja bereits die USA fünf haben, und da ich nicht genau weiß, in welcher Zone sich die betroffenen Seiten und Medien jeweils befinden, schließe ich an dieser Stelle meine kleine Nachforschung.

Was lässt sich nun aus der oberen Auflistung schließen? Anscheinend spielen Nachrichten-Aggregatoren-Seiten nach Art von reddit oder Digg (oder im deutschen Raum Yigg und Webnews) eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Meldungen, da sie diese Ihre Inhalte sowohl aus Blogs nehmen können, die dann anschließend wieder von Bloggern gelesen und aufgegriffen werden können. Zudem scheint Twitter im vorliegenden Fall (Schritt 3.) hier ebenfalls eine wachsende Relevanz zu besitzen. Über 800 Verlinkungen für den Gizmodo-Artikel alleine innerhalb von vier Tagen halte ich schon für eine beeindruckende Zahl.

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