Seit ich Mac-Nutzer bin ist in Computerdingen Ordnung, Ruhe und Sicherheit in mein Leben eingekehrt. Nur mit Iphoto konnte ich mich bis heute nicht abfinden. Ich finde die Bedienung unpraktisch. Die Übersicht ist (ich habe zurzeit ein Archiv mit 18.000 Fotos) mangelhaft, die Tag-Funktion umständlich. Was mich aber mit am meisten nervt, ist dass Iphoto die Dateien nicht als normale Einzeldateien auf der Festplatte belassen und verwalten kann, sondern in einem eigenen Verwaltungssystem schluckt. Das ist nicht zuletzt für Sicherheitskopien sehr unpraktisch, wenn jemand wie ich 30GB an Fotomaterial besitzt, aber nicht die Möglichkeit hat, bequem nur Teile davon zu sichern. Zudem war es jedes Mal ein Akt, wenn ich ein Bild aus meinem Archiv bloggen oder jemandem schicken wollte, weil ich es erst aus Iphoto herauskopieren und dann mit anderer Software weiterbearbeiten musste. Grundsätzlich lasse ich nichts auf meinen Mac kommen, habe mich als Thunderbird-Veteran sogar mittlerweile daran gewöhnt, meine E-Mails wie im Programm “Mail” üblich in wenigen großen Ordnern aufzubewahren und dann mittels Suchfunktion die Übersicht zu behalten. Doch Iphoto war mir von Anfang an ein Dorn im Auge. Ich musste bisher in diesen (Achtung Kalauer) “sauren Apfel” beißen, weil es bei Bildverwaltungssoftware keine vernünftige Alternative gab, die sich in einem für mich vertretbaren finanziellen Rahmen bewegte. Bis gestern.
Denn gestern habe ich das frisch für den Mac erschienene Picasa 3 von Google installiert und sehe mich am Ziel meiner Träume. Natürlich gibt es Funktionen, die genial sind, aber bereits bei Iphoto enthalten waren oder meines Wissens in der neuen Version enthalten sein werden. So lässt sich mit einem Knopfdruck aus einer Auswahl von Bildern eine Collage erstellen, anschließend verändern und speichern. Ebenfalls möglich: Mit wenigen Klicks aus einer Bildauswahl einen Film erstellen, mit Hintergrundmusik versehen und bei Youtube oder anderen Filmportalen veröffentlichen.
Nun aber zu den Eigenschaften, die ich bei Iphoto kläglich vermisste. Picasa ist tolerant und akzeptiert die Dateien so wie sie sind, in der Struktur und an dem Ort auf meinem Rechner, den ich mir nach Lust und Laune aussuchen kann. Picasa erlaubt ein sehr schnelles Taggen und Beschreiben von einzelnen oder mehreren Bildern. Picasa hat eine praktische kleine Infozeile im unteren Bildbereich, die mir bei jedem Bild Namen, Erstellungsdatum und Uhrzeit, Bildgröße, Dateigröße und gegebenenfalls gesetzte Tags anzeigt. Und wenn ich zwei oder mehrere Bilder auf einmal markiere, werden in der Zeile die zusammengerechneten Informationen angezeigt. Wenn ich in ein Bild hineinzoome, erscheint automatisch am Rand eine kleine Ansicht des Gesamtbildes, die mir zeigt, wo ich mich gerade befinde. Wenn ich ein Bild in der Einzelansicht betrachte, kann ich über Rechtsklick ein Menü öffnen, dass mich das Bild in allen Bildbearbeitungsprogrammen öffnen lässt, die auf meinem Rechner installiert sind. Als einziger wirklicher Nachteil gegen über Iphoto ist mir bislang aufgefallen, dass man Bilder nicht mit eins bis fünf Sternen sondern nur noch mit einem Stern bewerten kann. Schade. Ich habe durchaus Bilder, die ich in unterschiedlicher Weise “gut finde” und besser auseinander halten würde.
Bei Picasa 3 handelt sich noch um eine Betaversion. Meine Bilanz nach einem Tag ist ein Absturz. Das kann ich verschmerzen, weil ich es erstens von anderer Apple-fremder Software wie Firefox und OpenOffice auch gewohnt bin und weil es zweitens immer noch nichts im Vergleich zu jenen Absturzzahlen ist, die ich in all den Jahren auf meinen PC-Systemen erleben musste. Was den Preis angeht, so gilt wie bei allen Google-Softwareprodukten: Es kostet kein Geld, du verkaufst nur deine Seele (siehe Themenbereich Datenschutz bzw. Google-Weltverschwörung). Wie man sieht, hat es mich nicht abgehalten.
Übrigens lassen sich im unteren Programmbereich Buttons installieren, die auf Knopfdruck eine Bildauswahl bei Flickr, Photobucket, Ipernity oder Facebook hochladen können. Und damit möchte ich zum zweiten Thema kommen: Zukünftig werde ich meine Bilder bei Ipernity hosten. Inwiefern das von Erfolg gekrönt sein wird, werden wir sehen.