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Störtebeker, Moorleichen und Gänsehaut als Alternative für WM-Muffel

11. Juni 2010 Einen Kommentar schreiben Kommentare

[Trigami-Review]

Morgen beginnt die Fussballweltmeisterschaft in Südafrika und der Großteil der Bevölkerung wird einen Monat lang gebannt auf TV-Geräte und Projektionsleinwände starren. Für alle WM-Muffel und alle Fussballfans, die zwischendurch mal etwas Abwechslung suchen, bietet der Hamburg Dungeon (Homepage / Wikipedia deutsch / Wikipedia englisch /Facebook-Seite)  nun eine Alternative. Ab dem 11. Juni lässt sich auf der Homepage des Hamburg-Dungeon ein Gutschein als Bilddatei zum Ausdrucken herunterladen, mit dem an Tagen, an denen die deutsche Nationalmannschaft spielt, ein Eintritt zu ermäßigten Konditionen möglich ist.

Hier eine Tabelle, was ihr im Einzelnen sparen könnt:

Normaltarif  Hamburg Dungeon

Regulärer Eintrittspreis

- Erwachsene
- Kinder
- Ermäßigter Preis (Studenten, Senioren, Schüler, Behinderte, Zivildienstleistende, Wehrpflichtige jeweils mit Ausweis)
19,95 Euro
15,95 Euro
18,95 Euro

Definitive und eventuelle Spieltage der deutschen Mannschaft bei der Fussball WM 2010

Jeweils gültiger ermäßigter Eintrittspreis

Sonntag – 13.06.2010 15,00 Euro
Freitag – 18.06.2010 12,50 Euro
Mittwoch – 23.06.2010 10,00 Euro
Samstag – 26.06.2010
oder Sonntag – 27.06.2010
8,00 Euro
Freitag – 02.07.2010
oder Samstag – 03.07.2010
7,00 Euro
Dienstag – 06.07.2010
oder Mittwoch – 07.07.2010
6,00 Euro
Samstag – 10.07.2010
oder Sonntag – 11.07.2010
5,00 Eur
Angaben ohne Gewähr, siehe Gutschein-Flyer vom Hamburg-Dungeon.

Der Hamburg Dungeon liegt selbst in einem Gebiet, das bei jedem Hamburgbesuch als absolutes Muss gilt: Der historischen Speichertstadt, die zurzeit als neu geschaffener Stadtteil Hafencity zusätzlich mit ihrer modernen Architektur sehenswert ist. Doch wo heute Geschäftsleute in sonnendurchfluteten Cafes ihren Latte Macciato genießen und Touristen Fotos von der Elbphilharmonie-Baustelle schießen, hat sich in den vergangenen Jahrhunderten einiges an Leid und Greuel zugetragen. Als Beispiel seit die Ausbreitung der Pest genannt, die um 1350 etwa 6000 Hamburger aus allen Schichten tötete, was seinerzeit ungefähr die halbe Bevölkerung darstellte. Ebenfalls zu “Hamburgs Dark History” gehört das große Feuer (Auch bekannt als der “Große Brand“) bei dem 1844 in wenigen Tagen ein Viertel des Stadtgebietes Raub der Flammen wurden. Bei dem Feuer sollen übrigens ein paar Hinterlassenschaften des Piraten Klaus Störtebecker zerstört worden sein, der mehr als 400 Jahre zuvor gefangen und geköpft worden sein soll. Ihm wird nachgesagt wird, nach seinem Tode noch eine Reihe seiner Männer entlang gelaufen zu sein, um diese vor ihrem Tode zu bewahren.

Allen drei genannten Themen ist im Hamburg Dungeon ein eigener Bereich gewidmet. So ist es möglich, in einem Pesthospiz den Schrecken der Seuche zu erleben. Dank Multimedia-Technik und Spezialeffekten lässt sich zudem nachempfinden, wie beim Großbrand Eingeschlossene, Zum-Tode-Geweihte die Hitze- und Rauchentwicklung miterlebt habe müssen. Und auch Störtebeker spielt im Programm des Dungeon eine prominente Rolle. Insgesamt sollen es zwölf Themenbereiche sein, wobei die neueste Attraktion sich seit wenigen Wochen mit der Thematik der Moorleichen (Info über Moorleichen) beschäftigt.

Wer einen optischen Eindruck davon erhalten möchte, was ihn erwartet, sollte mal einen Blick auf diesen Trailer werfen:

So eindrucksvoll die optischen Effekte im oberen Video, so simpel aber effektiv der Einsatz von Ton- und Wassereffekten im unteren Clip:


Sogar zwei Fahrgeschäfte haben den Weg in das historische Speichergebäude gefunden. Zum einen handelt es sich um eine Wasserbahn zum Thema der Hamburger Sturmflut von 1717 und zum anderen um einen so genannten “Sturz in die Hölle“, wobei mir hier die direkte Hamburg-Verbindung nicht ganz klar wird. Der Hamburg Dungeon gehört zu einer ganzen Kette von Dungeons und ist auch in London, York, Amsterdam und im schottischen Edinburgh vertreten. Die Aktionsfläche in Hamburg soll 3.000 Quadratmeter umfassen, auf denen insgesamt 80 Mitarbeiter für die Shows und Gruseleffekte verantwortlich sind. Weiteres Zahlenwerk: In den Informationen zum Dungeon ist zu erfahren, dass in den 10 Jahren seit Bestehen insgesamt 250 Schauspieler dort tätig gewesen sind und zur Ausstattung 300 Skelette, 500 Totenköpfe sowie 20 Pest- und Moorleichen gehören.

Fazit:

Wie die Bewertungen bei Tipdoo zeigen, scheint es den Besuchern fast ausnahmslos gefallen zu haben. Übrigens ist bei diesem Tipdoo-Link auch noch ein mehrere Minuten langes Video verknüpft, auf dem sich weitere Eindrücke gewinnen lassen, wie es im Inneren aussieht und mit welcher schauspielerischen Qualität die Mitarbeiter dort agieren.

Die besagte WM-Aktion halte ich selbst für etwas zu kompliziert. Man hätte einfach dauerhaft den Preis für einen Monat z.B. auf 10 Euro runtersetzen sollen. Ich glaube, dass würde einfacher zu verstehen und damit auch erfolgreicher sein als so ein unübersichtliches Hin-und-Her, bei dem die Interessierten sich erstmal vorher informieren müssen, an welchem Tag nun welche Vergünstigung gilt und gleichzeitig im Auge haben müssen, ob Deutschland nun weitergekommen ist oder nicht. Generell eine gute Idee, aber leider nicht ganz optimal umgesetzt. Trotzdem: Wenn ihr mal einen Blick auf die Moorleichen im Dungeon werfen möchtet und in Hamburg wohnt oder zur betreffenden Zeit dort seid, dann nutzt doch die Gelegenheit. Vor allem, wenn Deutschland tatsächlich in die Finalrunden kommen sollte, könnt ihr den Dungeon für 5 bis 8 Euro (siehe Tabelle oben) anstelle der sonst fälligen 19 bis 20 Euro besuchen.

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