Schwarzbuch der Steuersünden zum Download
Jährlich zeigt der Bund der Steuerzahler in seinem Schwarzbuch, was für finanzielle Exzesse stattfinden können, wenn der deutsche Amtsschimmel mal durchgeht. Wirklich ungerecht ist hierbei wohl, dass der mutmaßlich größte Teil der hiesigen Beamtenschaft sorgsam überlegt und sparsam mit den Staatsgeldern umgeht. Es reichen dann aber ein paar wenige schwarze Schafe, um immense Summen zu verschleudern und dies wird in der frisch erschienenen Auflage 2008 detailliert dokumentiert.
Hamburg verfügt gleich über mehrere Beispiele, so auch der Infostand für die U4 in bester Lage am Jungfernstieg. Ich dachte zuerst, dass das Gebäude später als Zugang zur U4 gedacht ist und solange ein paar Plakatwände beherbergt. Aber wie in dem Schwarzbuch zu lesen ist, ist der Pavillon einzig und allein für Promotionszwecke gebaut worden und wird 2011 abgerissen. Kostenpunkt: 500.000 Euro zur Errichtung sowie laufende Kosten von bis zu 170.000 Euro im Jahr. Angesichts eines Hochbahn-Defizits von 60 Millionen Euro im Jahr 2007 schließe ich mich den Autoren des Schwarzbuches an, dass hier die beste Imagepflege gewesen wäre, die Gesamtinvestition von über einer Million Euro lieber zum Schuldenabbau zu verwenden. Eine Fahrpreissenkung wäre ebenso nett gewesen und hätte sich als netter Nebeneffekt z.B. bei Dauerkarten vielleicht sogar zum Teil refinanziert, weil dann mehr Kunden eine der Karten gekauft hätten.

Bildquelle: Pressestelle Hamburger Hochbahn
Dabei handelt es sich bei der oben erwähnten Summe nur um Peanuts Angesichts der Gesamtinvestitionssumme für die neue U-Bahn-Linie U4 in Höhe von ca. 300 Millionen Euro (Stand: Oktober 2008) oder den anfangs 250 und nun bis zu 500 Millionen Euro für eine Elbphilharmonie, deren Entwürfe zweifellos gut aussehen, deren Nutzen und Preis-Leistungs-Verhältnis aber kritisch zu hinterfragen ist. Für die Elbphilharmonie werden dabei sogar noch Spenden von der Bevölkerung gesammelt. In einer der reichsten Städte Europas – um nicht zu sagen, der Welt – gibt es gleichzeitig aber nicht genügend Kindergartenplätze – eine absurde Situation.




Ich würde gerne wissen, wer solche Gelder genehmigt.
Machen sich die Verantwortlichen überhaupt keine Gedanken um die Gelder?
Hauptsache ausgegeben!
Naja, “Hauptsache ausgeben” ist vielleicht ein bisschen sehr pauschal gedacht, oder? Aber vielleicht ist es in dem einen oder anderem Fall schon ein Problem, wenn für einen Bereich ein bestimmtes Budget zur Verfügung steht, das im folgenden Jahr gekürzt werden würde, wenn die Verantwortlichen es nicht ausschöpfen.