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Schwarmintelligenz erhöht via Twitter die Qualität der Massenmedien

9. Februar 2009 Einen Kommentar schreiben Kommentare

Erinnert sich noch jemand, wie ich damals vor gaaanz laaanger Zeit am 9. Februar 2009 in dem Beitrag Abendzeitung und Welt-kompakt halten interredaktionellen Austausch via Twitter folgende Prophezeiung gemacht habe?

Eventuell ist es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Redaktionen einzelne Beiträge kurz vor dem Druck noch mal von engagierten Twitterlesern kostenlos Korrektur lesen lassen.

Nun, ja. Es hat wirklich nicht lange gedauert. Um genau zu sein, nur wenige Stunden…

Eben habe ich den Twitter-Account von Spiegel-Online-Chefredakteur Wolfgang Büchner entdeckt und dort gab es folgenden Aufruf zu lesen:

wbuechner
@ alle SPIEGEL-ONLINE Leser. Fehler sind ärgerlich, manchmal peinlich. Aber korrigierbar. Wir bedanken uns für jeden Hinweis! #fehler #spon

Soviel zur Theorie. Und die Praxis? Aktuell von heute hier Beispiel 1:

Elias84:
Die CSU bekommt 2 verschiedene Generalsekretäre, zumindest in einem Artikel von Spiegel Online.

wbuechner:
@Elias84 repariert. Danke für den Hinweis!


Und aktuell ebenso von heute Beispiel 2:

Sichelputzer:
Warum sehe ich bei SpOn keinen Link zum besagten Blog? http://tinyurl.com/crvxb3

wbuechner:
@Sichelputzer Wird nachgepflegt. Danke für den Hinweis.

Sichelputzer:
@wbuechner Dafür schätze ich Twitter… :)

wbuechner:
@Sichelputzer Ich auch :-) Schönen Tag!

Noch eine Zugabe? Ok, hier – natürlich wieder frisch von heute:

macx:
@Sichelputzer SPON verlinkt nie. Die haben das Netz nicht wirklich verstanden.

wbuechner:
@macx Aber zum Glück gibt es ja freundliche Twitterer, die auf Versäumnisse hinweisen. Links ist nachgetragen. Schöne Grüße!

Ich würde sagen, wir bekommen hier gerade eine für den deutschen Medienbereich revolutionäre Entwicklung mit. Oder erinnert sich jemand an andere Situationen, in denen Privatpersonen dem Chefredakteur eines der größten und wichtigsten Medien des Landes mal eben auf einen inhaltlichen Fehler in einem Artikel aufmerksam machen konnten? Wenn das Beispiel Schule machen wird – und ich gehe davon aus und befürworte zudem ausdrücklich, dass es so sein wird – dann wird auch die Konkurrenz nachziehen. Ich würde sagen, die Redakteure in Deutschland dürfen sich darauf einstellen, dass zukünftig mehrmals am Tag schnell mal Fehler in Online-Beiträgen korrigiert werden müssen. Optimistisch gesehen, könnte die Weisheit der Massen die Qualität der Massenmedien erhöhen.

Auf jeden Fall halte ich es schon mal für lobenswert, dass Wolfgang Büchner sich auf eine moderne Kommunikationsform wie Twitter einlässt, um der vielbesagten Isolation des Elfenbeinturms zu begegnen, der Chefredaktionen bislang im Regelfall unterlagen.

Nachtrag: Hier in einem Beitrag auf dem Blog Media & Digital der Journalistin Ulrike Langer eine ausführliche Äußerung von Wolfgang Büchner zum Twitterkonzept von Spiegel Online


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Kommentare (3) Trackbacks (0) Einen Kommentar schreiben Trackback
  1. Claudia
    9. Februar 2009, 20:16 | #1
    Antwort | Zitat

    Hm, man kann dazu auch sagen: sie lassen die Leser kostenlos Arbeit verrichten, die bei einer “ordentlichen” Zeitung früher mal zum (bezahlten!) Standard gehörten.

  2. kaputt
    9. Februar 2009, 20:20 | #2
    Antwort | Zitat

    ik find twitter als kommunikationskanal für korrekturen auch sehr praktisch ;)

    http://twitter.com/bmonline/status/1189285281

    http://twitter.com/kaputt/status/1189352555

    http://twitter.com/bmonline/status/1189438150

  3. Joachim
    9. Februar 2009, 20:53 | #3
    Antwort | Zitat

    Ja, Clauda, ich verstehe auch nicht, warum die Institution eines festen Lektorats in Deutschland fast nicht mehr üblich ist. Abgesehen davon, können aber gerade bei kleineren Zeitungen immer mal wieder Fehler passieren, gerade wenn es um Spezialthemen geht, in denen die Allround-Journalisten nur oberflächliche Kenntnisse haben.

    Vielen Dank, kaputt, für das von dir genannte Beispiel, dass das Posting exzellent unterstützt.

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