Schwarmauslagerung im Journalismus
Die britische Zeitung Guardian hat Zugriff auf über 460.000 Kopien von Abrechnungen und Quittungen der englischen Parlamentsangehörigen erhalten. Da sich diese Masse an Material niemals zu vertretbaren Kosten in vertretbarer Zeit analysieren lassen würde, wurde ein Portal im Netz geschaffen, auf dem jeder Interessierte ohne Anmeldung die Dokumente bewerten und auf inhaltliche Knaller untersuchen kann. Das Beispiel ist schon einen Tick älter, aber da ich eine Weile mit dem Blog pausiert hatte und zudem in den letzten Tagen gleich Mal mit drei Leuten sprach, die noch nichts von der Aktion gehört hatten, möchte ich es hier nochmal lobend erwähnen.

Crowdsourced Journalism beim Guardian
Es handelt sich dabei um einen der bisher größten Fälle von “Crowdsourcing“, ein Begriff der sich aus “Crowd” (“Menge”) und “Outsourcing” zusammensetzt und in deutscher Sprache von Wikipedia charmant “Schwarmauslagerung” genannt wird. Bis zum aktuellen Moment haben von 458,832 Dokumentseiten insgesamt 23,754 Freiwillige bereits 208,156 gesichtet, so dass beim Guardian gerade “Bergfest” gefeiert wird. Ich hoffe, deutsche Medien nehmen sich demnächst mal ein Beispiel und übertragen das Prinzip der aktiven Konsumenten-Einbindung auch auf das hiesige System.



