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Leihmütter und Samenspender bei Studentenbaby.de

20. Februar 2008 3 Kommentare

Auf Studentenbaby.de heißt es:

Unter dem Leitgedanken “Kind gegen Studiengebühr” stellen sich auf studentenbaby.de Studierende als Leihmütter und Samenspender zur Verfügung, um auf diesem Weg gegen die Einschränkung der Bildungsfreiheit in Deutschland zu protestieren und sich ihr Studium zu finanzieren. [...] studentenbaby.de garantiert eine reibungslose Kontaktvermittlung, professionelle medizinische Betreuung von Kunden und Studierenden und eine verantwortungsvolle Begleitung des Studentenbabys bis zu seiner Geburt.

Während aber im Forum der Frauenzeitschrift Brigitte auf Basis der Aktion bereits über die Legalität einer Leihmutterschaft in Deutschland diskutiert wird (und den dortigen Informationen zufolge ist in Deutschland zurzeit illegal), handelt es sich bei der Seite in Wirklichkeit um eine Protestaktion von Hamburger Studenten gegen Studiengebühren:

Quelle:
[...] studentenbaby.de versteht sich als Protest gegen die Studiengebühren, die nicht zu einer Verbesserung der Lehre führen, sondern nur zu einer Umverteilung der Finanzen. Dies führt auf lange Sicht zu einer Verringerung staatlicher Bildungssubventionen, zur Herausbildung von Unternehmensstrukturen an Universitäten und Hochschulen und letztlich zu einer von wirtschaftlicher Seite geforderten Erhöhung der Gebühren, wie sie in anderen Ländern seit längerer Zeit Realität ist.

Der künstlerische Protest richtet sich gegen die Materialisierung von Bildung, der auf diesem Wege die Materialisierung von Körper und Erbgut entgegen gesetzt wird.

Danke für den Tipp an Dani. Wie ich übrigens gerade bemerkte, hat sich mit Eric heute noch ein anderes Hamburger Blog der Geschichte angenommen.

Nachtrag vom 20. März 2008: Hier gibt es Neues zu dem Projekt.



Studie zu Rechtsextremismus und Antisemitismus

10. Februar 2008 Keine Kommentare

Das Korrespondentennetzwerk n-ost hat 2007 in Zusammenarbeit mit der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft” 20 Recherche- und zehn Fotostipendien zur Thematik Rechtsextremismus und Antisemitismus in Mittel-, Ost- und Südosteuropa” vergeben. Die besten Beiträge der Stipendiaten wurden nun in einer mehr als 100 Seiten starken, reich bebilderten Dokumentation zusammengefasst und veröffentlicht. Das Ergebnis lässt sich bei n-ost in Berlin postalisch anfordern oder kostenlos als PDF-Datei herunterladen.



Live-Bloggen vom Barcampmd in Jena – Tag 2

10. Februar 2008 6 Kommentare

Bin dieses Wochenende auf dem Barcamp Mitteldeutschland in Jena und möchte das Ganze live etwas begleiten.

Hier geht es zum Eintrag des ersten Tages.

10:41 Uhr – Der zweite Tag geht los. So langsam kommt “Barcamp-Feeling” in mir auf. Hatte gestern Abend bei der Party im Theater-Cafe noch einige sehr interessante Gespräche, aus denen ich für mich wertvolle Impulse und Anregungen mitnehmen konnte.

10:35 Uhr – Nun zum Programm für heute:

> Ab 10:50 Uhr geht es um “Getting Things Done” und ein “Startup-Weekend”.

> Ab 11:45 Uhr beschäftigen wir uns entweder mit “Getting Things Done mit Workity”, “Genossenschaftsmodellen” oder “Webcomics”. Letzteres wird von Jojo-Beetlebum geleitet, den wir alle aus Berlin kennen.

> Um 13:30 Uhr beginnen die Sessions zu “Web 3.0″ und “Attention Community”.

> Gegen 14:20 Uhr fällt der Startschuß für Einführungen in “Social Software”, “eCommerce in Asien”, “Twitter” und “Wikipatterns”.

> Als Schlußpunkt sind nach 15:15 Uhr noch “Datensicherheit im Web 2.0″ und “konzeptionelle Ideen zur Weiterentwicklung zukünftiger Barcamps”. Dann wollen Robert Basic, Kirstin Walther und Tina Pickhardt noch darüber sprechen, wie man die Arbeit an einem Internet-Startup und sein Familienleben unter einen Hut bringen kann.

11:02 Uhr – Höre gerade im Raum “San Francisco” Oliver Gassner zum Thema “Getting Things Done”.

11:09 Uhr – Oliver: “Ein Projekt ist laut David Allen jedes Ziel, dass ich mit mehr als einem Schritt (Task) erreiche.”

11:10 Uhr – Zum Thema -> Gutes Video zu Getting Things Done

11:15 Uhr – Zitat von Steven Corvey “7 Habits of Highly Effective People” bzw. “Sieben Wege zur Effektivität”.

11:17 Uhr – Oliver bedauert, dass er keine Sekretärin besitzt.

11:18 Uhr – Mein Handyakku ist leer. Hätte ich die Prinzipien von “Getting Things Done” bereits im Vorfeld besser beachtet, würde mein Ladegerät nun nicht in Hamburg liegen. ;-)

11:20 Uhr – “Wenn ich immer einen Euro bekommen würde, wenn mich jemand NICHT zurückruft, dann müsste ich nichts mehr tun.”

11:24 Uhr – Oliver hat auf seinem Blackberry Treo Harry Potter gelesen. ;-)

11:35 Uhr – Zitat Dietrich Hofmann “Manchmal frage ich mich schon, wie ich es geschafft habe, 75 zu werden, ohne all dies zu wissen.”

11:57 Uhr – Der Beetlebum führt gerade systematisch in die Geschichte der Comics ein.

12:04 Uhr – Webtipp: comicgenesis.com

12:08 Uhr – Webtipp: demian5.com

12:09 Uhr – Wort gelernt: Hypercomic

12:15 Uhr – Geiles Kooperationsprojekt bei Boris Zatko

12:22 Uhr – Weitere tolle Onlinecomics: Americanelf.com, The Perry Bible Fellowship, Inkplosion.de

12:29 Uhr – Vielleicht sollte ich hier noch ein Foto einbauen?


Der Turm zu Jena


Der “BewerBär” von den charmanten Damen vom BewerBärBlog

12:33 Uhr – Mittagessen!

14:27 Uhr – Beeindruckende Fakten gibt es gerade von Markus Fuhrmann (www.web2asia.com) über Internet und eCommerce in China.

14:39 Uhr – Zu Beginn gibt es ein paar Clones. Zum Beispiel den Youtube-Clone “ww.6.cn“, den Twitter-Clone “www.komoo.cn” und den Facebook-Clone “www.xiaonei.com“.

14:40 Uhr – Noch zwei Links hinterher. Bei www.baidu.cn handelt es sich um eine Suchmaschine
Google nachgemacht. Hinter www.qq.com steckt laut Markus ein Konzern, der “Tech-Development macht, dass der Westen sich noch umschauen wird.” Weiterer im Vortrag herausgestellter Link ist www.sina.cn.

14:49 Uhr – In Amerika und China gibt es zurzeit etwa 200 Millionen Internetnutzer. Interessant ist dabei, dass bereits 70 Prozent der US-Bürger online sind, aber erst 12 Prozent der Chinesen.

14:50 Uhr – 47 Millionen Chinesen (also fast jeder vierte mit Internetanschluß) würden in irgendeiner Form bloggen.

14:52 Uhr – “Tschüss-e” hört sich laut Markus so ähnlich an wie das chinesische “Geh zur Hölle”.

14:53 Uhr – Die Zahl 4 stehe für Tod, weshalb es teilweise in Aufzügen die Zahlen 4, 24, 34 oder erst recht 44 nicht gebe.

14:54 Uhr – “9158″ heiße ausgesprochen “Date me” und somit verbirgt sich hinter 9158.com eine große chinesische Dating-Seite.

14:56 Uhr – Hinter “che168.com” verbirgt sich etwas wie “Auf der Straße zum Reichtum wandeln”.

15:01 Uhr- Die oberen Zahlenspiele und weiteres wird auch auf dem Blog von Web2Asia erläutert. Leider lassen sich keine einzelnen Beiträge verlinken.

15:10 Uhr – Mein Fahrer wollte irgendwann in einer Viertelstunde losfahren. Ich sag dann mal tschüß aus Jena und melde mich heute Abend oder morgen früh nochmal mit einem Fazit.

21:34 Uhr- So, bin mittlerweile wieder sicher in Hamburg eingetroffen und möchte hier nochmal ein kurzes Fazit ziehen:

Als ich irgendwann mal vor ein paar Monaten das erste Mal Beschreibungen von Barcamp-Grundphilosophien gelesen habe, fand ich es ein bisschen revolutionär und dachte, es handele sich um eine Art kleines “Internet-Woodstock”. Dies ist es dann noch nicht gewesen, was ich die letzen zwei Tage im Intershop-Tower miterleben durfte. Es gab zum Beispiel keine Schlammlöcher sondern moderne Konferenzräume. Anstelle von Bob Marley hörten wir Oliver Gassner und Cem Basmann und bei ihnen ging es nicht um Frieden und Toleranz sondern Zeitplanung und Startups. Das kräftige feminine Lachen gehörte zudem nicht zur zur Revolution aufrufenden Janis Joplin, sondern Barcamp-Organisatorin Tina Pickhardt, die sich auch mehr für die Netzwerkdaten unserer Laptops interessierte.

Aber genug der Vergleiche. Das Barcamp in Jena hat mir gut gefallen und dazu haben mehrere Kernfaktoren beigetragen: Die entspannten Organisatoren, die moderne Location, die freundlichen Menschen und nicht zuletzt das wunderschöne Städtchen Jena mit seinen charmanten Gassen. Wie verschlafen Jena letztendlich ist, wurde mir deutlich, als ich heute morgen gegen 9 Uhr vergeblich eine Frühstücksmöglichkeit in der Innenstadt suchte und eine angesprochene Passantin mit großen Augen meine Frage nach “etwas zum Frühstücken, das um diese Zeit schon auf hat” ratlos mit einem Schulterzucken kommentierte: “Uff, heute ist Sonntag.”

Doch keine Sorge. Letztendlich haben Sven und ich obwohl – uff – Sonntag war, doch noch eine geöffnete Konditorei gefunden und später im Tower sogar noch echten peruanischen Chilli-Kaffee dazu erhalten. In diesem Sinne sei den Organisatoren in Jena für ihr Engagement gedankt. Ich weiß zwar bis jetzt nicht, warum sich niemand ernsthaft mit dem im Minutentakt ausfallenden WLAN auseinandergesetzt hat, aber da ich glücklicherweise ebenfalls via Kabel online gehen konnte, war dieser Punkt für mich nur ein Detail am Rande, das den positiven Gesamteindruck nicht zu trüben vermag. Insgesamt muss ich also (nicht nur im Hinblick darauf, dass die ganze Veranstaltung für die Teilnehmer kostenlos war) einmal ein großes Dankeschön an die Organisatoren Lars, Holger und Tina aussprechen, sowie an all die anderen, die zum Gelingen des Wochenendes beigetragen haben. Danke auch an Sven als relaxten Fahrer und Gesprächspartner sowie an Friederike für die herzliche und beispielhafte Gastfreundlichkeit.

Vor, in und nach den Sessions konnte ich ein paar andere Barcamp-Teilnehmer näher kennenlernen, die sich jeder für sich durch ihre persönliche Biografie, ihre berufliche Spezialisierung oder oft auch durch beides als interessante Gesprächspartner entpuppten. Vom Musikrechtehändler zum Professor, vom Manager zum Trendscout, vom Studenten zum selbstständigen Unternehmer mit dutzenden Angestellten war die Teilnehmerschaft in Jena bunt gemischt. So konnte ich einen ganzen Packen an Impulsen mit nach Hause nehmen und bin optimistisch, dass Jena nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen ist, an der ich teilgenommen habe.



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