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Meine Blog-Empfehlung “USA Erklärt”

November 12th, 2009 Joachim Leave a comment Go to comments

Ein Gütesiegel für Blogs ist in meinen Augen, wenn sie so gut sind, dass man sie ständig positiv als Beispiel in Gesprächen über Blogs erwähnt und uneingeschränkt weiterempfiehlt. Für mich gehört zu dieser leider bei deutschen Blogs sehr überschaubaren Gruppe auf jeden Fall “USA Erklärt“. Seit 2006 Jahren bloggt hier der in Berlin lebende Amerikaner Scot. W. Stevenson über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen deutscher und amerikanischer Kultur und Sprache. Stevenson beweist bei Grammatik, Rechtschreibung und Textstruktur viel Talent und Sorgfalt. Seine Themen sind originell und unterhaltsam aufbereitet. Die Texte zeugen sowohl von einem hohen Allgemeinwissen als auch der ausgeprägten Fähigkeit, recherchierte Inhalte kompetent und anschaulich wiederzugeben. Wie diesem Artikel auf Tagesspiegel.de aus dem November 2008 zu entnehmen ist, arbeitet er als Redakteur bei der Nachrichtenagentur Reuters.

Screenshot: USA Erklärt

Screenshot: USA Erklärt

“USA Erklärt” berichtet gleichermaßen über traditionelle und geschichtliche Hintergründe Amerikas wie über Neuentwicklungen in internationaler Politik, Film- und Musikkultur. Fast jeder einzelne Beitrag gibt mir beim Lesen gleichermaßen das Gefühl gut unterhalten worden zu sein als auch dabei etwas gelernt zu haben. Und obendrein gelingt es Stevenson mit seiner an Fakten orientierten, kompetenten und positiven Herangehensweise, auch heiklere und umstrittenere Themen zu behandeln, ohne dabei polemisch oder voreingenommen zu wirken. Das beste Rezept gegen Vorurteile ist Information. Zum Beispiel kann das Studium des Beitrags “Die Grobstruktur der USA oder wo man vor Bush am sichersten ist” deutlich machen, dass sich die  Strukturen der Vereinigten Staaten als Ganzes weniger mit Deutschland vergleichen lassen als vielmehr mit der Europäischen Union. Wer sich den Beitrag “Police Officer, Sheriff, Trooper: der Aufbau der US-Polizei” durchliest, erfährt grundlegendes über die Sicherheitsstrukturen, die viele der 85.000 Verwaltungseinheiten in Amerika speziell auf ihre eigenen Bedürfnisse zugeschnitten haben. Ich würde mir wünschen, dass mehr binationale-Blogger und Expats ihre Erfahrungen in Blogs veröffentlichen würden. Eine halbe Stunde auf USA erklärt ist ein bisschen wie ein Kurzurlaub in den Staaten, aus dem ich jedes Mal etwas motivierter und schlauer zurückkehre.

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