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Familyone – Das XING für die Familie

6. Juli 2007 Einen Kommentar schreiben Kommentare

Hinweis: Dies ist eine von trigami vermittelte Auftragsarbeit, für welche ich ein Honorar erhalte. Konkret heisst das: Ich werde dafür honoriert, dass ich über ein Produkt oder eine Dienstleistung schreibe (und nicht dafür, dass ich positiv darüber schreibe). (Mehr Informationen)


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Dass sich entgegen mancher kritischer Meinung die Review-Anfragen von Trigami durchaus mit aktuellen Bedürfnissen des Bloggers decken können, beweist in meinem Falle die Nachfrage nach Familyone.

Ich habe ja jüngst die wundersame Welt von StudiVZ entdeckt, wo es nicht nur zu fast allen Geburtstagen oder Geburtsjahrgängen sondern auch Vor- und Nachnamen eigene Gruppen gibt. So sind nun ich und 32 andere Vertreter der Familie “Dethlefs” aus ganz Deutschland seit einer Weile mit steigendem Ernst dabei, eventuellen Familienverbindungen über unsere Ur- bzw. Ur-Ur-Großväter-Generation nachzugehen. Wie ich bei Spiegel Online lesen durfte, scheint es wohl in der Tat einen Trend unter jüngeren Generationen zu geben, sich mit Ahnenforschung zu beschäftigen.

Kurz gesagt ist Familyone eine Art “XING für die Familie” mit dem entscheidenden Unterschied, dass ich mir selber alle Verwandten voreintragen und dann per Mail einladen kann. Bei der Sache gibt es allerdings einen Knackpunkt. Der wahre Nutzen des Portals bleibt natürlich Nutzern mit einer größeren Familie vorbehalten. Aber dies soll nicht als Kritik zu verstehen sein, denn Fahrradfahrer gehören ja auch nicht zur Zielgruppe eines Autoportals.

Für Fälle wie mich mit einer eher kleinen bzw. so gut wie gar nicht Internetaffinen Familie liegt der Reiz dann weniger auf den Kontaktfunktionen als auf der Möglichkeit, endlich mal Übersicht in all die Zusammenhänge und Verwandtschaftsgrade zu bekommen. Endlich wird mir schnell und übersichtlich angezeigt, in welchem Familienverhältnis ich zum zweiten Bruder der Tochter der Cousine meiner Großtante stehe. Auf Wunsch kann ich den Stammbaum sogar als Widget in meine eigene Internetseite integrieren, was ich zwar nun nicht mache, aber hier sehr schön einer der Programmierer des Projektes auf seinem Blog demonstriert. Spitze finde ich die Funktion, sich alle Aktivitäten der Verwandten im Familienbaum (Gästebuch-Einträge, Neue Fotos, Neue Verwandte, Erfolgreiche Einladungen) als RSS-Feed abonnieren zu können.

Doch genug zum Grundkonzept. Laut Auftrag soll der Fokus der Rezension auf einer neuen Funktion des Portals liegen, dem FamilienALBUM. <Pressetext>”Es handelt sich um das weltweit erste FamilienAlbum, das Video, Bilder und Kommentare entlang eines Zeitstrahls miteinander kombiniert. Alle Mitglieder im FamilienBaum haben darauf Zugriff und können ihrerseits wiederum Inhalte einstellen.”</Pressetext> Um es mal auszuprobieren, habe ich mir von meinem Flickraccount fünf Bilder heruntergeladen, um sie stolz meiner Familie zu präsentieren und zwar dies, das ebenfalls, hier, und hier und noch eins. Die Bedienung ist einfach und leicht verständlich. Die Eingabemaske ist selbsterklärend und bietet für Bild oder Video die Möglichkeit, Überschrift, Zeitpunkt und Schlagwörter zu definieren.

Grundgedanke des FamilienALBUM ist, ein digitales Fotoalbum mit digitaler Ringbindung zu erstellen. Dabei kann ich, wie in dem Screenshot zu sehen ist, auch die Größe und Position des Bildes auf der jeweiligen Seite bestimmen. Ich fühlte mich bei der Ausführung stark an die mittlerweile bei jedem Fotoservice kostenlos zu erhaltenden Layoutprogramme für Fotobücher erinnert.

Im direkten Vergleich sind die Möglichkeiten des FamilienALBUM leider doch begrenzt, weil sich hier z.B. nur ein Bild pro Seite anzeigen lässt und auch keine freie Verteilung von Begleittexten auf der Seite möglich ist. Dies könnte sich aber vielleicht irgendwann mal ändern, wenn die Verantwortlichen zum Beispiel auf die Idee kommen sollten, mit einem der Fotodienste eine Kooperation einzugehen, um das individuelle FamilienALBUM auf Wunsch auch in gedruckter Form erhältlich zu machen.

Praktisch ist, dass in der oberen Betrachtungsleiste immer automatisch die Geburtstage der registrierten Familienmitglieder angezeigt werden, wohl in der Annahme, dass zu diesem Anlass besonders eifrig fotografiert wird.

Etwas unpraktisch ist, dass – soweit ich es gesehen habe – keine Möglichkeit besteht, sich alle Seiten gleichzeitig in einer Art Übersichtsmodus anzeigen zu lassen. Wer also nichts bestimmtes sucht, was sich über die Stichworte oder das Datum finden lassen kann, kommt nicht daran vorbei, geruhsam durch das ganze Album zu blättern. Eine Art Übersichtsmodus gibt es zwar im persönlichen “Mein Album”, das sich jeder Nutzer zusätzlich anlegen kann. Aber wer den unteren Screenshot sieht, wird sehen, dass auch dies grafisch wie funktionell nicht mit Bilderdiensten im Stile von Flickr mithalten kann. In das private Album können 100 und in das FamilienALBUM 10 MB im Monat hochgeladen werden. Wer diesen Beschränkungen nicht unterliegen möchte, muss 5,95 Euro im Monat für eine Premium-Mitgliedschaft ausgeben.

Insgesamt hat nun Familyone nicht gerade das Internet neu erfunden, aber darum geht es bei deutschen Startups heute wohl auch nicht. Vielmehr geht es darum, eine wie im vorliegenden Fall in den USA schon praktizierte Grundidee für den eigenen Markt besser umzusetzen als die Mitbewerber. Und dies hat Familyone – zumindest meinem persönlichen Eindruck zufolge – ganz gut gelöst. Den Hauptmitbewerber habe ich mir ebenfalls angesehen und entschieden, dass ich meine private Ahnenaufstellung aufs erste unter dem Dach von Familyone weiter betreiben werde.

Das eigene Blog des Unternehmens ist für meinen Geschmack etwas zu sehr in Werbesprech geschrieben. An dieser Stelle sei mir eine kurze Bemerkung zum Thema Transparenz in Firmenblogs erlaubt. Der jüngste Eintrag vom 3. Juli hat den Titel “Super Feedback zum FamilienAlbum von unseren Kunden” und präsentiert nach dem einleitenden Satz “Nach dem wir am letzten Freitag das FamilienAlbum mit neuer Startseite abends noch live genommen waren, konnten wir es gar nicht erwarten, das erste Feedback aus der Blogger-Gemeinde zu lesen” eine Reihe wahrlich positiver Äußerungen. Ich hätte mir hier den deutlichen Hinweis gewünscht, dass diese Einträge zumindest teilweise aus bezahlten (Trigami-)Blogeinträgen stammen und eine direkte Verlinkung auf den jeweiligen Post (Beispiel) wäre auch nicht schlecht gewesen. Denn welchen Nutzen hat der Satz “Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag” über meinem Eintrag, wenn die Firma nacher in ihrem Blog ohne Angabe von Namen und Hintergrund die besten Sätze meines Textes als Aussage der “Blogger-Gemeinde” zur Eigenwerbung zitiert? In umso positiverem Licht erscheint dagegen das Forum des Projektes, indem die Nutzer allerlei technische Einzelheiten anmerken können und anscheinend auch schnelle und kompetente Rückmeldung erhalten.

Als Hintergrundinfo könnte interessant sein, dass es sich bei den Köpfen hinter der FamilyOne GmbH mit David Z.H. An und Nikolaus Zirwes um zwei ehemalige Manager von web.de handelt, die für das im März gestartete Projekt im Juni diesen Jahres eine Finanzspritze von Holtzbrinck erhielten. Interessant dürfte in diesem Zusammenhang auch die Frage sein, wie sich der für die Nutzer in der Basisversion kostenlose Dienst eigentlich tragen möchte. Eine Deckung der Kosten durch Werbung und Gebühren für diverse “Premiumdienste” sehe ich als legitim, frage mich aber, ob dies auf die Dauer ausreichen kann, einen Apparat von Mitarbeitern zu bezahlen, wie er auf den Jobangeboten auf der Seite gerade zusammengesucht wird. Zu dem Aspekt gibt es auch einen Eintrag auf dem Familyone-Blog. Ich glaube aber, dass den Kunden noch eine weitere Einkommensform verschwiegen wird, die sich aus der Datenschutzerklärung erahnen lässt:

2.5 Der Anbieter ist berechtigt, anonymisierte Nutzerinformationen

  1. 2.5.1 zur Erstellung von Statistiken und Trenderkennungen sowie zur Qualitätssicherung und Marktforschung zu verwenden;
  2. 2.5.2 Dritten – darunter Anzeigenkunden – für demographische Zwecke zur Verfügung zu stellen.

2.6 Der Anbieter ist darüber hinaus berechtigt, für Zwecke der Werbung, der Marktforschung oder zur bedarfsgerechten Gestaltung des Dienstes Nutzungsprofile bei Verwendung von Pseudonymen erstellen, soweit der Nutzer dem nicht widerspricht.

Immer mehr zur Gretchenfrage für die heutigen Web 2.0-Dienste wird ja das Thema Datenschutz und alleine, dass ich diese Dienste selbst nutze, zeigt ja bereits, dass ich zwar in solchen Fragen sensibel bin, letztendlich aber trotzdem meine Bedenken beiseite lege. Im konkreten Fall, wo ein großer Investor sowohl hinter dieser Oberfläche, als auch hinter dem bei weitem größten Studentenportal des Landes steht, möchte mir nicht ausmalen, was los wäre, wenn jemand dort in ein paar Jahren mal spontan beide Datensätze zusammenlegen würde.


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Kommentare (2) Trackbacks (0) Einen Kommentar schreiben Trackback
  1. Martin
    6. Juli 2007, 17:15 | #1
    Antwort | Zitat

    Moin!

    kam grad vorbei, weil ich mal gucken wollte, was andere Trigami-Rezensenten zu diesem Thema schreiben – und siehe da: das Holtzbrinck-Thema hatte ich glatt übersehen… peinsam.
    Aber gut zu lesen, daß auch andere den Familienhype nicht rein rosarot sehen und in mehreren Punkten kritisch sind.
    Die sehr selektierten und anonymisierten Auszüge aus den spontanen Äußerungen der Blogger-Volksseele, die im FamilyOne-Blog verwurstet wurden, fand ich auch eher peinlich. Backlinks zu kaufen ist ja völlig legitim – aber dann so zu tun als handele es sich um rein “natürliches” Feedback, ist Panne.

    Na, was solls, es gibt Schlimmere auf der Welt als die F1-Jungs.
    Gruß von Kollega ;-)

  2. Joachim
    6. Juli 2007, 17:39 | #2
    Antwort | Zitat

    Laut Technorati haben ja in diesen Tagen mehr als hundert Blogs eine Trigami-Rezension über Familyone veröffentlicht. Sowas nenne ich eine ordentliche PR-Offensive. Würde mich mal interessieren, wieviele der Blogger sich die Mühe gemacht haben, eine Eigenrecherche zu dem Thema anzustellen. Vielleicht mache ich mal eine Statistik dazu.

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