Dokumentation über bloggende chinesische Journalisten
Erster Guck-Tipp: Heute Abend gibt es wieder die neueste Ausgabe von ZAPP, die sich auch spätestens morgen im Laufe des Tages online auf der dazugehörigen Internetseite ansehen lassen sollte. Wer sich für Journalismus und Medien in Deutschland interessiert, hat zurzeit – vor allem was Fernsehsendungen betrifft – wenig Alternativen. Fazit: Angucken!
Und in den Kurzmeldungen der Zapp-Sendung der letzten Woche bin ich auf die Dokumentation aufmerksam geworden, die ich hiermit als zweiten Guck-Tipp ausdrücklich empfehlen möchte. In der Dokumentation “Unbequem und unbestechlich” berichtet der ARD-Korrespondent Jochen Graebert von jungen chinesischen Journalisten, die meist unter erheblichen beruflichen, finanziellen, sozialen und auch gesundheitlichen Gefahren investigativ arbeiten und ihre Ergebnisse auf Blogs veröffentlichen. Herausgekommen ist ein handwerklich einwandfrei gearbeitetes und inhaltlich hochspannendes Stück Journalismus, das gerade uns in Deutschland ein Lehrstück dafür sein kann, wie wichtig es ist, für seine Überzeugungen einzustehen. Nicht ohne Grund hat Jochen Graebert dafür nun eine Nominierung für den Grimme-Preis erhalten. Fazit: 43 lohnende Minuten, unbedingt in der ARD-Mediathek angucken!
Kurzinfo von der Mediathekseite:
Investigativer Journalismus in der Volksrepublik China, das klingt wie Feuer und Wasser. Doch es gibt auch dort brillante Rechercheure, die über Korruption, Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen und Ausbeutung berichten. Natürlich tun sie dies nicht in den staatlich streng zensierten Zeitungen und Fernsehprogrammen, sondern im Internet. Hier testen Blog-Journalisten, mutig und gewieft, jeden Tag die Grenzen der politischen Freiheit. Dabei riskieren sie oft genug ihre eigene. Ein ARD-Team begleitet chinesische Reporter auf ihrer gefährlichen Recherche nach der Wirklichkeit im roten Reich der Mitte. Und porträtiert im Kontrast dazu auch die Arbeit von Journalisten in den offiziellen Staatsmedien. Der Film beleuchtet nicht nur die gigantischen Probleme und Missstände der aufstrebenden Weltmacht. Er wirft auch ein Licht auf das politische System Chinas. Denn obwohl die allmächtigen Kommunisten Transparenz und Öffentlichkeit fürchten und bekämpfen, wissen sie inzwischen selbst, dass sich die gewaltigen Probleme der Modernisierung nicht durch Propaganda lösen lassen. Und so entstehen Spielräume und Grauzonen, die Chinas mutige Aktivisten entdecken und nutzen. Auf eigenes Risiko, denn für das, was sie schützen würde, kämpfen sie ja noch: Einen Rechtsstaat, in dem nicht Willkür, sondern das Gesetz regiert.



