Die Blogosphäre trifft sich bei Metaroll
Eben bin ich über ein Posting bei Felix Schwenzel auf einen neuen Dienst namens Metaroll aufmerksam geworden. Verantwortlich für das Projekt ist Benedikt Köhler, über den sowohl auf seinem XING- und Facebook-Account als auch auf seinem Mitarbeiter-Profil bei der Universität der Bundeswehr in München mehr zu erfahren ist. Das System von Benedikt ist denkbar einfach. Angemeldet werden bei Metaroll Blogs mit ihren Blogrolls. Anschließend bastelt der Dienst aus diesen Angaben ein auf verschiedene Arten durchsuchbares Ranglisten-Gefüge. Der aktuelle Technorati-Authority-Wert findet zwar Erwähnung, die größte Relevanz kommt aber der Anzahl der Einträge in den einzelnen Blogrolls zu. Aktuell werden laut Angabe auf der Startseite 330 Blogrolls ausgewertet, was wohl heißt, dass sich auch etwa so viele Blogs dort angemeldet haben. Darin sollen sage und schreibe 5328 Weblogs enthalten sein.
In der Selbstbeschreibung heißt es:
Dieser Versuch zielt vor allem darauf, eine Art “entschleunigte” Topliste zu generieren, die sehr viel geringer konjunkturabhängig ist als die Auswertung von einzelnen Blogbeiträgen (Technorati) oder gar von Blogbesuchen (blogscout). Blogrolls bleiben vermutlich lange Zeit unverändert (wie lange eigentlich?) und die Hürde, ein Blog in seine Blogroll aufzunehmen ist wohl deutlich größer als mal schnell einen interessanten Beitrag zu verlinken.Ein weiterer netter Nebeneffekt ist, dass man hier nicht sein eigenes Blog in Hoffnung auf gute Platzierung (inklusive dem ganzen Authority-Optimierungsstrategien) einträgt, sondern seine Empfehlungen in Gestalt seiner Blogroll weitergibt.
Spannend ist die Funktion, sich Blogs anzeigen zu lassen, die mit einem Blog “verwandt” sind, also zusammen mit dem gewählten Blog in Blogrolls verlinkt worden sind. Ich zum Beispiel lese sehr gerne “Die Rückseite der Reeperbahn” und kann mir mit der Funktion von Metaroll folgende Auflistung anzeigen lassen. Da davon auszugehen ist, dass nur Blogs verlinkt werden, die einem gefallen, entstehen so “Geschmacksprofile” und es ist eine gewisse Wahrscheinlichkeit gegeben, dass mir auch “Spreeblick” gefallen könnte, weil es am häufigsten in den gleichen Blogrolls wie “Die Rückseite der Reeperbahn” enthalten ist. Ein interessanter Gimmick am Rande sind die Statistikergebnisse, dass die kürzeste Blogroll einen und die längste 333 Einträge besitzt und der Durschschnitt bei 33 anzusetzen ist. Da lieg ich selbst ja nun etwas drüber.
Wie Benedikt auf seinem Blog schreibt, scheint das bisherige Feedback aus der Szene (abgesehen von der generellen Kritik an jeglichem Listen- und Rank-Denken) überwiegend positiv zu sein. Kann ich verstehen. Mir selber gefällt Metaroll auf Anhieb und ich bin gespannt, welche Ergebnisse dort zu finden sein werden, wenn sich die Zahl der angemeldeten Blogs in den nächsten Wochen und Monaten noch vervielfachen sollte.




Danke für den Hinweis auf dieses interessante Projekt. Mal schauen, wie lange es dauert, bis man zum Beispiel eine aussagekräftige Meta-Blogroll von Russland-Weblogs erhält ?!?
@Krusenstern: Wenn sich ein paar Russlandblogs eintragen, entsteht auch zu diesem Thema eine Metaroll.
Habe ich dies als Wink mit dem Zaunpfahl verstanden, unseren Kollegen das zarte Pflänzchen “Metaroll” zu zeigen ?!? (Schmunzeln)
Wir tun, was wir können. Versprochen!