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Das Upload-Magazin fragt nach 3 tollen Blogs, die kaum jemand kennt

November 21st, 2007 Joachim 1 comment

Mit “3 tolle Blogs, die kaum jemand kennt” hat Jan Tißler ein vielleicht nicht allzu kreatives aber mit Sicherheit interessantes und unterstützenswertes Thema für seine jüngste Blog-Aktion gewählt. Nicht zuletzt nennt das Upload-Magazin-Blog ja auch eine größere Zahl an Besuchern sein eigen, so die ganzen nun beschriebenen vormals unbekannten Blogs vielleicht sogar einen kleinen Anstieg in ihren Statistiken bemerken können.

Ich habe etwas länger überlegt, welche Blogs ich vorstellen sollte, wobei es weniger ein Problem war, geeignete Kandidaten zu finden, als auszusortieren. Hier also nun mein Trio:

Magerfettstufe [URL: www.magerfettstufe.de]

Ich habe gerade mal geschaut, wie ich überhaupt auf Nils aufmerksam geworden bin. In meiner Monatsbilanz Juli steht, dass er wohl bereits am 16. Mai einen Kommentar auf meinem Blog hinterlassen hat und somit wohl eher mich gefunden hat, als ich ihn. Auf jeden Fall bin ich seitdem regelmäßiger Gast bei ihm, erfreue mich am klaren und deutlichen Schreibstil, einer schönen, individuellen grafischen Gestaltung und einem gut abgeschmeckten Mix aus etwas lockereren Themen aus Internet und Welt mit teilweise emotionalen, auf jeden Fall aber deutlichen Meinungsäußerungen zur Politik in Deutschland im Generellen und in Hamburg im Speziellen. Tatsächlich scheint Nils eine Menge Idealismus zu besitzen, denn sonst würde er nicht in der Lage sein, sich so über Themen wie den digitalen Wahlstift, Straßen- bzw. Wegeplanung, Steuerpolitik und Volksabstimmungen so engagiert zu äußern. Ich habe keine Ahnung, wieviel Besucher er hat, aber er gehört sicherlich zu denjenigen, die nicht gerade durch größere Aktionen auf sich aufmerksam machen, sondern bereichert seit mittlerweile drei Jahren fleißig und eher unauffällig das Netz mit seinen Gedanken und Meinungen.


Mediengedanken [URL: www.mediengedanken.de/blog]

Dass Qualität nicht automatisch zu Besucherstürmen führt, zeigte sich am Blog von Daniel, der im April mit ein paar sehr interessanten Beiträgen begonnen hat, fokussiert über Medienthemen zu bloggen, dies über vier Monate konsequent umsetzte, dann im August ein bisschen aussetzte und sich nach einem “Comeback” im September zurzeit erneut in einer – sagen wir mal – kreativen Pause befindet. Ich möchte ihn mit diesem Eintrag auch ein bisschen motivieren, dabei zu bleiben, den seine sachliche und eigentlich gänzlich “unbloggerische” Ausdrucksweise bietet einen wohlsamen Gegenpart zu anderen deutschen Medienblogs. Den Einträgen auf Mediengedanken.de ist der journalistische Hintergrund des Bloggers (mit vor allem einem kräftigen Schlag Nachrichtenagentur) deutlich anzumerken und genau diese nüchterne Art macht ihn für mich zu einem der drei lesenswertesten Blogs in meinem Reader. Ich vermute, dass bei der aktuellen Pause auch einfach ein bisschen das bisher ausbleibende Feedback der Leser eine Rolle spielt. Aber vielleicht findet auf diesem Wege ja noch andere Interessierte den Weg dorthin, der wie ich denkt, dass die Mediengedanken.de auf jeden Fall weitergedacht werden sollten.


Bremer Sprachblog [URL: www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/]

Ich glaube, es war ein Eintrag bei Viralmythen über wissenschaftliche Blogger in Deutschland, der mich auf das Bremer Sprachblog aufmerksam gemacht hatte. Das Thema Sprache (und natürlich auch sämtliche anderen Arten der Kommunikation) liefert genügend Material, um hunderte Blogs täglich mit neuen interessanten Einträgen zu füllen. Aber oftmals ist das Ganze auch so kodifiziert, dass wir selbst vielleicht in der Lage sind, gewisse Besonderheiten festzustellen, sie aber nicht in Worte fassen geschweige denn verständlich erklären können. Die zwei Sprachwissenschaftler von der Uni Bremen können das und schaffen es zudem, ihre Ausführungen höchst unterhaltsam zu gestalten. Ein heißer Lesetipp!


Tja und folgende drei Blogs konnte ich dann leider nicht mehr vorstellen, weil sie die Beschränkung von insgesamt drei vorzustellenden Blogs gesprengt hätten:

Geograffiti [URL: www.geografitti.de
]

Anfangs hatte ich Probleme, mit dem Mix auf Geograffiti etwas anzufangen. Denn der Journalist und studierte Geograf Timo wechselt zwischen allgemein interessantem und sehr speziellen Themen. Für jene ganz speziellen Geografen-Themen hat er mich ehrlich gesagt bis heute auch nicht wirklich begeistern können, aber die lassen sich dank RSS ja auch problemlos überspringen und in gewisser Weise ähnelt sein Mix-Konzept ja auch relativ stark meinem eigenen Blog, bei dem ich ebenfalls Themen mische, die sich nicht unbedingt an anderer Stelle gemischt finden. Was ich an Geografitti schätze, ist der Schreibstil, das Spiel mit der Sprache und die beim Lesen mehrerer Einträge deutlich werdende Seriösität. Wäre es mir also erlaubt, mehr als drei Blogs vorzustellen, hätte ich auf jeden Fall Geografitti mit in die Liste aufgenommen. Aber so ist halt das Leben.


Karl Weiß [URL: http://karlweiss.twoday.net/
]

Der Chemiker Karl Weiß lebt in Brasilien und schreibt in ziemlicher Regelmäßig- wie Ausführlichkeit an mehreren Stellen im Netz seine Gedanken zu meist aktuellen politischen Themen nieder. Ob es wie auf dem unteren Bildschirmfoto um die Treibstoffpreise geht oder den Irakkrieg, um Demographie oder Terror – die Texte sind umfassend und lassen keinen Zweifel an der meist kontroversen Meinung und eher linken Einstellung des Autoren. Weiß zweifelt und kritisiert, spricht gerade jene so relevanten aber gleichzeitig auch unübersichtlichen Themen an, die manch anderer nicht ansprechen würde, um keinen Fehler dabei zu begehen oder um den langen unvermeidbaren Diskussionen auszuweichen, die sich zwangsweise anschließen. Ich persönlich teile weiß Gott nicht jede Meinung, die auf diesem Blog zu lesen ist, aber gerade Beiträge, in denen Weiß seine eigenen beruflichen Kenntnisse einfließen lässt sind durchaus interessant zu lesen. Hätte ich nicht oben meine drei Blog-Tipps schon ausgeschöpft, würde ich also dem an Umwelt, Politik, Gesellschaft und Geschichte interessierten Leser vorschlagen, sich selbst einen Eindruck zu machen.

Netznotizen eines Zeitgenossen – Das Litblog der niedersächsischen Literaturbüros [URL: www.netznotizen.de]

Sasa Stanicic wird einigen vielleicht wegen seines äußerst erfolgreichen Debütromanes “Wie der Soldat das Grammofon repariert” ein Begriff sein. Wer die Geschichten des jungen bosnischstämmigen Literaten liest – oder ihn sogar wie ich bei einer Vorlesung hören konnte, wird nicht glauben können, dass er erst als junges Flüchtlingskind nachträglich Deutsch gelernt hat. Aber genau deswegen zeigt er eine herrlich-herzliche, kindisch-kindliche Freude an jedem einzelnen Wort, als wäre es gleichzeitig das letzte Wort vor einem langen einsamen Marsch durch die Wüste und das erste nach der Rückkehr. Als Kind hat er Wörter gesammelt und sie sich auf Papier notiert, heute als bereits mit Preisen gewürdigter Künstler macht er eigentlich genau das gleiche. Er sammelt Wörter, nur schreibt er sie nicht mehr nur auf Papier sondern gleich an mehreren Stellen ins Internet. Und wenn ich nicht oben bereits drei andere Blogs empfohlen hätte, würde ich ja noch das Blog “Netznotizen” von den Literaturbüros in Niedersachsen hier empfehlen, wo er regelmäßig mit Gedichten, Kurzgeschichten und Textfragmenten zeigt, dass sein Debüterfolg kein Einzelfall bleiben sollte.

Ein paar schnelle Links – Folge 026

November 16th, 2007 Joachim 1 comment

Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer kritisiert in einer “Offenen E-Mail” den DJV-Vorsitzenden Michael Konken für die von ihm auf dem letzten DJV-Verbandstag geäußerte pauschale Kritik am Internet im Generellen und einigen darin publizierenden “Schmierfinken” im Speziellen.
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Nils Boening schreibt in der schweizer Wochenzeitung über die aktuellen Bestrebungen der Computerindustrie ihre Produkte energieeffizienter zu machen und den steigenden Anteil der aktuell im Einsatz befindlichen Computertechnik am weltweiten Stromverbrauch.
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Der zurzeit in Jordanien studierende Sören hat sich ein einem ersten Podcast auf seinem Blog inspiriert von einer Veranstaltung mit dem Künstler Uwe Kind Gedanken über deutsche Kultur und Selbst-Identifikation mit dem eigenen Land gemacht.
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Komplettes Archiv des Simplicissimus frei im Netz

November 12th, 2007 Joachim No comments

Der Simplicissimus (zu deutsch: der Einfältigste) war eine satirische Wochenzeitschrift, die von 1896 bis 13. September 1944 in München herausgegeben wurde.” (Quelle: Wikipedia)

Der Simplicissimus ist die bis heute prominenteste deutsche politisch-satirische Wochenschrift. Ihr Name steht für die antiklerikale, antifeudale und fundamentaldemokratische Auseinandersetzung mit der Innen- und Außenpolitik des Kaiserreichs und der Weimarer Republik ebenso wie für pointierte Mentalitätskritik am deutschen Normalbürger, dem “Michel”. Für literarische, historische und soziologische Fragestellungen im Kontext der beiden Weltkriege bietet die Zeitschrift ein unersetzliches Quellenmaterial. International hat sie als zeitgeschichtliches Zeugnis Gewicht wie kaum ein anderes deutsches Periodikum.” (Quelle: simplicissimus.com)

Wie ich beim Kollegen Giesbert Damaschke entdeckte, sind seit Februar 2007 sämtliche innerhalb von 48 Jahren erschienenen Ausgaben in einem Online-Archiv als PDF-Datei frei einsehbar. Die vollständige Digitalisierung verdanken wir einer Zusammenarbeit der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, mit der RWTH Aachen und dem Deutschen Literaturarchiv Marbach.

Doch erfreulicherweise steht noch eine zweite vergleichbare Publikation offen im Netz: “Kladderadatsch war eine deutschsprachige politisch-satirische, wöchentlich erscheinende Zeitschrift, die von 1848 bis 1944 erschien. Der Name der Zeitschrift ist hergeleitet vom lautmalerischen Berliner Ausdruck Kladderadatsch, der etwa bedeutet “etwas fällt herunter und bricht mit Krach in Scherben“. (Quelle: Wikipedia)

> Online-Archiv Simplicissimus
> Online-Archiv Kladderadatsch

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