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Live-Bloggen vom Barcampmd in Jena – Tag 2

10. Februar 2008 6 Kommentare

Bin dieses Wochenende auf dem Barcamp Mitteldeutschland in Jena und möchte das Ganze live etwas begleiten.

Hier geht es zum Eintrag des ersten Tages.

10:41 Uhr – Der zweite Tag geht los. So langsam kommt “Barcamp-Feeling” in mir auf. Hatte gestern Abend bei der Party im Theater-Cafe noch einige sehr interessante Gespräche, aus denen ich für mich wertvolle Impulse und Anregungen mitnehmen konnte.

10:35 Uhr – Nun zum Programm für heute:

> Ab 10:50 Uhr geht es um “Getting Things Done” und ein “Startup-Weekend”.

> Ab 11:45 Uhr beschäftigen wir uns entweder mit “Getting Things Done mit Workity”, “Genossenschaftsmodellen” oder “Webcomics”. Letzteres wird von Jojo-Beetlebum geleitet, den wir alle aus Berlin kennen.

> Um 13:30 Uhr beginnen die Sessions zu “Web 3.0″ und “Attention Community”.

> Gegen 14:20 Uhr fällt der Startschuß für Einführungen in “Social Software”, “eCommerce in Asien”, “Twitter” und “Wikipatterns”.

> Als Schlußpunkt sind nach 15:15 Uhr noch “Datensicherheit im Web 2.0″ und “konzeptionelle Ideen zur Weiterentwicklung zukünftiger Barcamps”. Dann wollen Robert Basic, Kirstin Walther und Tina Pickhardt noch darüber sprechen, wie man die Arbeit an einem Internet-Startup und sein Familienleben unter einen Hut bringen kann.

11:02 Uhr – Höre gerade im Raum “San Francisco” Oliver Gassner zum Thema “Getting Things Done”.

11:09 Uhr – Oliver: “Ein Projekt ist laut David Allen jedes Ziel, dass ich mit mehr als einem Schritt (Task) erreiche.”

11:10 Uhr – Zum Thema -> Gutes Video zu Getting Things Done

11:15 Uhr – Zitat von Steven Corvey “7 Habits of Highly Effective People” bzw. “Sieben Wege zur Effektivität”.

11:17 Uhr – Oliver bedauert, dass er keine Sekretärin besitzt.

11:18 Uhr – Mein Handyakku ist leer. Hätte ich die Prinzipien von “Getting Things Done” bereits im Vorfeld besser beachtet, würde mein Ladegerät nun nicht in Hamburg liegen. ;-)

11:20 Uhr – “Wenn ich immer einen Euro bekommen würde, wenn mich jemand NICHT zurückruft, dann müsste ich nichts mehr tun.”

11:24 Uhr – Oliver hat auf seinem Blackberry Treo Harry Potter gelesen. ;-)

11:35 Uhr – Zitat Dietrich Hofmann “Manchmal frage ich mich schon, wie ich es geschafft habe, 75 zu werden, ohne all dies zu wissen.”

11:57 Uhr – Der Beetlebum führt gerade systematisch in die Geschichte der Comics ein.

12:04 Uhr – Webtipp: comicgenesis.com

12:08 Uhr – Webtipp: demian5.com

12:09 Uhr – Wort gelernt: Hypercomic

12:15 Uhr – Geiles Kooperationsprojekt bei Boris Zatko

12:22 Uhr – Weitere tolle Onlinecomics: Americanelf.com, The Perry Bible Fellowship, Inkplosion.de

12:29 Uhr – Vielleicht sollte ich hier noch ein Foto einbauen?


Der Turm zu Jena


Der “BewerBär” von den charmanten Damen vom BewerBärBlog

12:33 Uhr – Mittagessen!

14:27 Uhr – Beeindruckende Fakten gibt es gerade von Markus Fuhrmann (www.web2asia.com) über Internet und eCommerce in China.

14:39 Uhr – Zu Beginn gibt es ein paar Clones. Zum Beispiel den Youtube-Clone “ww.6.cn“, den Twitter-Clone “www.komoo.cn” und den Facebook-Clone “www.xiaonei.com“.

14:40 Uhr – Noch zwei Links hinterher. Bei www.baidu.cn handelt es sich um eine Suchmaschine
Google nachgemacht. Hinter www.qq.com steckt laut Markus ein Konzern, der “Tech-Development macht, dass der Westen sich noch umschauen wird.” Weiterer im Vortrag herausgestellter Link ist www.sina.cn.

14:49 Uhr – In Amerika und China gibt es zurzeit etwa 200 Millionen Internetnutzer. Interessant ist dabei, dass bereits 70 Prozent der US-Bürger online sind, aber erst 12 Prozent der Chinesen.

14:50 Uhr – 47 Millionen Chinesen (also fast jeder vierte mit Internetanschluß) würden in irgendeiner Form bloggen.

14:52 Uhr – “Tschüss-e” hört sich laut Markus so ähnlich an wie das chinesische “Geh zur Hölle”.

14:53 Uhr – Die Zahl 4 stehe für Tod, weshalb es teilweise in Aufzügen die Zahlen 4, 24, 34 oder erst recht 44 nicht gebe.

14:54 Uhr – “9158″ heiße ausgesprochen “Date me” und somit verbirgt sich hinter 9158.com eine große chinesische Dating-Seite.

14:56 Uhr – Hinter “che168.com” verbirgt sich etwas wie “Auf der Straße zum Reichtum wandeln”.

15:01 Uhr- Die oberen Zahlenspiele und weiteres wird auch auf dem Blog von Web2Asia erläutert. Leider lassen sich keine einzelnen Beiträge verlinken.

15:10 Uhr – Mein Fahrer wollte irgendwann in einer Viertelstunde losfahren. Ich sag dann mal tschüß aus Jena und melde mich heute Abend oder morgen früh nochmal mit einem Fazit.

21:34 Uhr- So, bin mittlerweile wieder sicher in Hamburg eingetroffen und möchte hier nochmal ein kurzes Fazit ziehen:

Als ich irgendwann mal vor ein paar Monaten das erste Mal Beschreibungen von Barcamp-Grundphilosophien gelesen habe, fand ich es ein bisschen revolutionär und dachte, es handele sich um eine Art kleines “Internet-Woodstock”. Dies ist es dann noch nicht gewesen, was ich die letzen zwei Tage im Intershop-Tower miterleben durfte. Es gab zum Beispiel keine Schlammlöcher sondern moderne Konferenzräume. Anstelle von Bob Marley hörten wir Oliver Gassner und Cem Basmann und bei ihnen ging es nicht um Frieden und Toleranz sondern Zeitplanung und Startups. Das kräftige feminine Lachen gehörte zudem nicht zur zur Revolution aufrufenden Janis Joplin, sondern Barcamp-Organisatorin Tina Pickhardt, die sich auch mehr für die Netzwerkdaten unserer Laptops interessierte.

Aber genug der Vergleiche. Das Barcamp in Jena hat mir gut gefallen und dazu haben mehrere Kernfaktoren beigetragen: Die entspannten Organisatoren, die moderne Location, die freundlichen Menschen und nicht zuletzt das wunderschöne Städtchen Jena mit seinen charmanten Gassen. Wie verschlafen Jena letztendlich ist, wurde mir deutlich, als ich heute morgen gegen 9 Uhr vergeblich eine Frühstücksmöglichkeit in der Innenstadt suchte und eine angesprochene Passantin mit großen Augen meine Frage nach “etwas zum Frühstücken, das um diese Zeit schon auf hat” ratlos mit einem Schulterzucken kommentierte: “Uff, heute ist Sonntag.”

Doch keine Sorge. Letztendlich haben Sven und ich obwohl – uff – Sonntag war, doch noch eine geöffnete Konditorei gefunden und später im Tower sogar noch echten peruanischen Chilli-Kaffee dazu erhalten. In diesem Sinne sei den Organisatoren in Jena für ihr Engagement gedankt. Ich weiß zwar bis jetzt nicht, warum sich niemand ernsthaft mit dem im Minutentakt ausfallenden WLAN auseinandergesetzt hat, aber da ich glücklicherweise ebenfalls via Kabel online gehen konnte, war dieser Punkt für mich nur ein Detail am Rande, das den positiven Gesamteindruck nicht zu trüben vermag. Insgesamt muss ich also (nicht nur im Hinblick darauf, dass die ganze Veranstaltung für die Teilnehmer kostenlos war) einmal ein großes Dankeschön an die Organisatoren Lars, Holger und Tina aussprechen, sowie an all die anderen, die zum Gelingen des Wochenendes beigetragen haben. Danke auch an Sven als relaxten Fahrer und Gesprächspartner sowie an Friederike für die herzliche und beispielhafte Gastfreundlichkeit.

Vor, in und nach den Sessions konnte ich ein paar andere Barcamp-Teilnehmer näher kennenlernen, die sich jeder für sich durch ihre persönliche Biografie, ihre berufliche Spezialisierung oder oft auch durch beides als interessante Gesprächspartner entpuppten. Vom Musikrechtehändler zum Professor, vom Manager zum Trendscout, vom Studenten zum selbstständigen Unternehmer mit dutzenden Angestellten war die Teilnehmerschaft in Jena bunt gemischt. So konnte ich einen ganzen Packen an Impulsen mit nach Hause nehmen und bin optimistisch, dass Jena nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen ist, an der ich teilgenommen habe.

Live-Bloggen vom Barcampmd in Jena

9. Februar 2008 2 Kommentare

Bin dieses Wochenende auf dem Barcamp Mitteldeutschland in Jena und möchte das Ganze live etwas begleiten.

10:30 Uhr – Die Begrüßung geht los. Laut Tobias von Intershop handelt es sich um das erste Barcamp in Ostdeutschland.

10:32 Uhr – Tobias sagt, dass es auf dem Barcamp kein Mittagessen geben wird. Dies sei aber auch gar nicht so schlimm, denn: “Die ganze Stadt ist ein Imbiss.”

10:38 Uhr – Vorstellungsrunde. Alle Anwesenden stehen auf, sagen ihren Namen und drei Stichworte (Tags). So konnten sich innerhalb von 10 Minuten etwa hundert Leute vorstellen.

10:46 Uhr – Glaube, dass außer mir fast kaum jemand hier ohne direkten beruflichen Bezug teilnimmt. Gefühlte 90 Prozent der Anwesenden nennen in ihren Stichworten flotte zwo-nullige Firmen- bzw. Projektnamen.

11:22 Uhr – Versuche gerade, ein paar Fotos hochzustellen, aber das W-LAN bricht immer ab. :-(

11:31 Uhr -So, hier ein Blick auf den morgendlichen Jenenser Himmel aus dem Badezimmerfenster der Studenten-WG in der ich dankenswerter Weise Unterschlupf finden konnte.

11:46 Uhr -Hier die entgegengesetzte Perspektive aus dem 27. Stock des Intershop-Towers, dem Veranstaltungsort des Barcamps.

11:58 Uhr – Das W-LAN bricht alle paar Minuten die Verbindung ab. Wenn das so bleibt, wird sich mein Live-Bloggen in Grenzen halten, außer ich schreibe offline und stelle dann regelmäßig die neuen Einträge im Block hoch.

12:03 Uhr – Juhuu. Sven hat mich eben auf ein paar altertümliche Anschlüsse aufmerksam gemacht, mit denen man via Kabel ins Netz gehen kann.

12:04 Uhr – Ein paar Worte zum Programm. Die drei ersten Sessions beschäftigen sich mit “Wissensmanagement im Web 2.0 am Beispiel von Personallösungen”, “Recht 2.0″ und “Retrotechnik”.

Im zweiten Sessionblock ab 13:30 Uhr wird sich Oliver Gassner von ein paar Leuten öffentlich sein neues MacBook erklären lassen. Parallel geht es dann erneut um “Persönliches Wissensmanagement im Web 2.0″ und um den “SEO FAQ”. Dann hängt da noch ein Zettel mit der vielsagenden Abkürzung “WCF” und wir stehen gerade hier und rätseln, worum es sich handelt.

Ab 14:15 Uhr erläutert der Gründer von “Preisbock.de” seine eigenen Perspektiven in Deutschland. Außerdem kann man sich über “Team-Collaboration im Web 2.0 mit dem Focus auf Social Bookmarking”, “Große Webblog-Projekte”,” Mobile Web 2.0″ und “Twitter” informieren.

Der fünfte Session-Block beginnt um 15:30 Uhr und beinhaltet Einheiten zu “Rechte- und Pflichten im Web: Abmahnungen”, “Useranalyse für Blogger”, “Wie teste ich mein Webangebot für viele Besucher?”, “Widget-Programmierung für Facebook” und “Vorstellung des Dienstes newskraft.de”.

Ab 16:15 Uhr klingt es dann locker aus mit den Themen “Social Project Management”, einer “Vorstellung des Live-Broadcasting-Dienstes Mogulus”, “Geschäftsmodelle Digitale Güter” und einer Einführung in “Wikipatterns”.

Soviel zu den Themen, die in mehr oder weniger leserlicher Handschrift auf der Sessionplanungswand zu entdecken sind.

12:16 Uhr – Das Camp befindet sich hier im 27. Stock des Intershop-Towers. Die Sessions verteilen sich auf fünf Räume mit Namen wie “Hamburg”, San Francisco” und “Hong Kong”. Es gibt eine Auswahl an elf verschiedenen Obstsäften von den Saftblog-Betreibern, kleine Probierdosen von mymuesli.com und Kugelschreiber u.a. von Intershop und O`Reilly.

Ich werde mich gleich mal abmelden und den leckeren Döner testen, an dem ich gestern vorbeigelaufen bin.

13:30 Uhr – Dirk Röhrborns (www.humannetworkcompetence.de und www.communardo.de) hält Ausführungen zum Thema “Persönliches Wissensmanagement im Web 2.0″.

13:31 Uhr – Der Döner war übrigens sehr lecker. ;-)

14:15 Uhr – Christian Dunse (ebenfalls www.communardo.de) spricht über “Team Collaboration im Web 2.0″.

15:30 Uhr – Sven und ein Bekannter von juicywalls.com sprechen über die Möglichkeiten von Widgets in und außerhalb von Facebook.

15:47 Uhr – Großes Kino. Während sein Bekannter über das Tapetengeschäft spricht, hat Sven eben im Hintergrund mit dem Juicywalls-Widget von gespielt und nun wohl versehentlich eine große Fisch-Tapete für mehrere hundert Euro bestellt. ;-)

15:56 Uhr – Meine Eindruck, dass hier der Anteil der technisch und wirtschaftlich orientierten Teilnehmer gegenüber den “richtigen” Bloggern deutlich überwiegt, wird bestätigt. So gibt es bis jetzt kaum Einträge. Positiv hervor stechen Stefan und Sven (ja, der schon wieder).

15:58 Uhr – Achtung, es wurde gerade inhaltlich! Sven hat Seiten genannt, mit denen sich online Widgets erstellen lassen und zwar widgetbox.com, sproutbuilder.com und clearspring.com (Blog).

16:13 Uhr – Ein Teilnehmer fragt nach der Technik hinter den Widgets. Antwort von Referent Sven: “Ich habe verdammt noch mal keine Ahnung.” ;-)

16:15 Uhr – So, nun schnell Laptop abklemmen und in den nächsten Raum zur nächsten Session düsen…

17:30 Uhr – Anscheinend stellt WordPress den Status dieses Eintrages nach jeder Aktualisierung automatisch wieder auf “private”. Blöd.

17:30 Uhr – Habe eben eine der bisher besten und informativsten Sessions meiner noch jungen Barcamp-Karriere miterlebt. Der Referent Stefan Peter Roos beschäftige sich mit “digitalen Gütern” und den Möglichkeiten, mit ihnen Geld zu verdienen. Habe in diesem Zusammenhang auch das erste Mal den Begriff der “Netzwerkgüter” gehört. Dabei handelt es sich um Güter, deren Wert gemeinsam mit der Größe des für ihre Funktionalität relevanten Netzwerkes steigt. So ist beispielsweise der Nutzen eines Telefones um so höher, um so mehr andere Personen ebenfalls eines besitzen. Genau das gleiche lässt sich auch bei geschlossenen Netzwerken wie XING oder StudiVZ betrachten. Mit jedem dort zusätzlich registrierten Bekannten, Kollegen und potentiellen Geschäftspartner steigt für mich als Nutzer die Attraktivität, dort ebenfalls zu partizipieren und gegebenenfalls auch Mitgliedsgebühren zu zahlen. In den Ausführungen von Roos steckten noch eine ganze Menge mehr an interessanten Gedanken und Ideen. Er hat angekündigt, auf seinem Blog nochmal darauf einzugehen. Sicher wird er dort auch auf den zitierten Originalbeitrag eines englischsprachigen Bloggers verweisen, dessen Thesen uns in weiten Teilen als Diskussionsgrundlage dienten.

17:38 Uhr -Ich selbst werde mich jetzt demnächst den Abendaktivitäten widmen. Dazu gehören die abendliche Nahrungsmittelaufnahme und ein anschließender Besuch der Barcamp-Party im Theatercafe.


Zur Fortsetzung am Sonntag geht es hier.

Intelligente Menschen

28. Januar 2008 2 Kommentare

Bei einer Wordcamp-Session am Sonntag (Ich glaube, es war diejenige zur Erstellung eines WordPress-Magazins) hat ein Teilnehmer einen trockenen aber originellen Kommentar gebracht, über den sich gut nachdenken lässt:

“Intelligente Menschen lassen sich am leichtesten beeinflussen.”

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