Sasa Stanisic, seines Zeichens einer der talentiertesten jungen Schriftsteller Deutschlands, hat sich entschlossen, nun auch amtlich die Zugehörigkeit zu jenem Land durch Urkunden und Papiere bestätigen zu lassen, in dem er seit seiner Flucht vor mittlerweile 16 Jahren lebt und aufgewachsen ist.
Nun schreibt er auf dem Literaturblog Netznotizen wie auch auf seinem eigenen Blog gewohnt unterhaltsam über seine Erfahrungen mit den Behörden und ich bin schon gespannt auf die folgenden Teile.
Eigentlich soll die halbstündige Dokumentation “Diese Lust sich zu verbeugen” über die junge russische Journalistin Jelena Kostjuschenko erst am kommenden Montagabend bei 3sat laufen, doch der interessante Beitrag über die Pressefreiheit in Russland lässt sich bereits jetzt in der Mediathek des Senders ansehen.
Zitat der Selbstbeschreibung: ZDF-Korrespondentin Britta Hilpert hat die junge Journalistin Jelena Kostjuschenko ein halbes Jahr lang begleitet: auf dem “Marsch der Nichteinverstandenen” im April 2007, wo Jelena, wie Dutzende anderer Journalisten, ohne Rücksicht auf ihr in der Verfassung verbrieftes Recht auf freie Berichterstattung, von den “Ordnungskräften” verhaftet wird. In der Provinz, im tausendjährigen Jaroslawl, wo die Regionalpresse sich beugt. In der Universität, wo junge Journalisten das Berufsethos mit der russischen Berufswirklichkeit in Einklang zu bringen versuchen. Und schließlich am Tag der Duma-Wahl, an dem Jelena hilflos zusehen muss, wie die Stimmen manipuliert werden, um Putins Macht im Land für lange Zeit zu zementieren.
Danke an Daniel für den Tipp.
Die Dokumentation wird übrigens im Rahmen der 3sat-Themenwoche “Russland unzensiert” gezeigt, deren andere Beiträge ebenfalls empfehlenswert zu sein scheinen.
In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf die Jahrestagung des Netzwerks Recherche 2007 aufmerksam machen, die sich intensiv mit der Pressefreiheit in Russland beschäftigte sowie auf die dazugehörige, frei herunterzuladende Dokumentation.
Ich habe soeben eine Stipendien-Ausschreibung erhalten, auf die ich gerne hinweisen möchte:
“Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa” 2008/09
Die Robert-Bosch-Stiftung vergibt ab 1. Oktober 2008 zwölf Stipendien an Kulturmanager (m/w) aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa für eine dreizehnmonatige Qualifizierung im Kulturmanagement in Deutschland.
Die Stipendiaten präsentieren in innovativen Projekten die kulturelle Vielfalt der Länder Mittel-, Ost- und Südosteuropas und insbesondere die junge Kunst- und Kulturszene ihres Landes in Deutschland. Sie sind deutschlandweit in Gastinstitutionen (mit Ausnahme von Berlin) tätig, die Erfahrungen in der internationalen Zusammenarbeit im Bereich Kunst und Kultur haben und ihre Kontakte nach Mittel-, Ost- und Südosteuropa vertiefen wollen. Fester Bestandteil des Programms sind Fortbildungen zu Projektplanung, Mitteleinwerbung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Verhandlungsführung.
Profil der Bewerber
- Projekt- oder Berufserfahrung im Kulturmanagement
- Lebensmittelpunkt in Mittel-, Ost- und Südosteuropa
- Kontakte zur jungen Kunst- und Kulturszene des Heimatlandes
- Gute Deutschkenntnisse
- Hochschulabschluss
- Überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft und Selbständigkeit
Leistungen
- Monatliches Stipendium in Höhe von 1.000 Euro
- Reisekosten nach Deutschland und zu den Fortbildungen
- Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung
- Weitere Zuschüsse während des Stipendiums und für einen beruflichen Wiedereinstieg im Heimatland
- Einführungsseminar im Oktober 2008, regelmäßige Fortbildungen
- Vernetzung mit weiteren Programmen der Robert-Bosch-Stiftung und anderen Akteuren der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik
Eine Online-Bewerbung ist bis zum 31. März 2008 ausschließlich über www.moe-kulturmanager.de möglich.
Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa
Programmleitung: Darius Polok, MitOst e.V.
Schillerstraße 57, D-10627 Berlin
Telefon: +49 – (0)30 – 31 51 74 87
E-Mail: info@moe-kulturmanager.de