Gestern morgen ging ich zum Bäcker um die Ecke und wollte in meiner morgendlichen Routine einen mittleren bzw. normalen Kaffee-To-Go kaufen. Die Verkäuferin sagte, dass dies nicht möglich sei. Sie habe nur noch To-Go-Becher für großen Kaffee. Ich habe dann etwas überrascht spontan gefragt, ob sie nicht einfach in den großen Becher die Menge des normalen Kaffees eingießen könnte. Ich kann der Frau zwar nicht in den Kopf reingucken, aber ihr Blick war alles andere als freundlich. Bin ich pingelig? Hätte ich ein größeres Produkt zu einem höheren Preis kaufen sollen, obwohl die Dame ihren Engpass mit einem einfachen Trick und Kundenfreundlichkeit in Augenblicken regeln könnte? Vor dem Laden fiel mir ein, dass sich beim Pizzablogger mal eine Kundin wegen einem Cent aufregt hatte. Dem Pizzablogger ist das damals Anlass für einen etwas emotionaleren Blogeintrag gewesen. Vielleicht steh ich ja demnächst im Bäckerblog: Der Kunde, der wegen 20,- Cent knauserte.
Die Robert Bosch Stiftung unterstützt in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin Autoren bei den Recherchen für deutschsprachige Veröffentlichungen, die Mittel- und Osteuropa als Thema grenzüberschreitend und für ein breites Publikum aufbereiten. Die Veröffentlichungen sollen zu Diskussionen anregen, den Dialog und das gegenseitige Verständnis fördern und können unterschiedliche Themenbereiche, Länder und historische Epochen umfassen. Willkommen sind literarische und essayistische Prosa, Fototextbände, aber auch andere Formen wie Drehbücher für Dokumentarfilme und Hörfunkbeiträge.Die “Grenzgänger” können ihre Werke zudem in öffentlichen Veranstaltungen präsentieren. Für die Durchführung dieser Veranstaltungen stellt die Robert Bosch Stiftung Mittel zur Verfügung. Interessierte Institutionen können finanzielle Unterstützung für Grenzgänger-Veranstaltungen beantragen.
Was kann gefördert werden?
Es können pauschale Recherchestipendien in Höhe von 4.000, 6.000, 8.000 und 10.000 Euro beantragt werden, abhängig von Rechercheaufwand und – dauer. Damit sollen die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung, Visa und Dolmetscher abgedeckt sowie die Lebenshaltungskosten während der Recherche bezuschusst werden.
Was kann nicht gefördert werden?
- Fachwissenschaftliche Veröffentlichungen, Zeitungsartikel, Reiseführer, Sammelbände, Theaterprojekte, Lyrik, Spielfilme und Übersetzungsprojekte
- Verlags- und Produktionskosten
- Allgemeine Arbeitsmittel, Bürokosten und Infrastrukturmaßnahmen
Interessierte richten eine schriftliche Bewerbung an das Literarische Colloquium Berlin. Die Bewerbungsunterlagen sind im Internet zu finden unter www.bosch-stiftung.de/grenzgaenger oder www.lcb.de/grenzgaenger.
Nur vollständige Bewerbungsunterlagen können berücksichtigt werden.
Mit folgenden Unterlagen können Sie sich bewerben:
- Bewerbungsformular
- Tabellarischer Lebenslauf
- Exposé
- Erläuterungen zu Rechercheplanung (Reiseroute und -dauer)
- Interessenserklärung oder Vertrag von: Verlag/Sender/Agentur oder Produktionsfirma im deutschsprachigen Raum
- Bereits veröffentlichte Bücher oder Medienbeiträge, Rezensionen und/oder Seite 2
Arbeitsproben (CD und DVD bitte in zweifacher Kopie)
Wir vermitteln den ausgewählten Grenzgänger-Stipendiaten Kontakte in den Zielländern aus dem Netzwerk der Robert Bosch Stiftung und des LCB zur Unterstützung der Recherchereisen.
Bewerbungstermine: jährlich am 30. April und 31. Oktober
(Eingangsstempel LCB)
Eine unabhängige Jury wählt aus den eingehenden Bewerbungen Projekte zur Förderung aus. Die Entscheidungen werden voraussichtlich jeweils Mitte Juli bzw. Mitte Januar mitgeteilt.
Literarisches Colloquium Berlin e.V.
Frau Aylin Rieger
Am Sandwerder 5
14109 Berlin
Telefon 030 / 81 69 96 64
rieger@lcb.de
www.lcb.de/grenzgaenger
Zu meiner Verehrung für Heinrich Lenhardt und seinen Kompagnon Boris Schneider, die einst für das legendäre Spielemagazin PC Player verantwortlich zeichneten, muss ich mich zu einem späteren Zeitpunkt nochmal detailliert äußern. Auf jeden Fall bloggt der Lenhardt, bzw. “lästert” (wie er es selbst nennt) und gibt dabei einen interessanten Einblick in die Auswirkungen echter Kritik im Fachjournalismus. Der Gerstmann-Skandal oder auch”Gerstmann-gate” beschreibt, wie in den USA ein Online-Redakteur nach dem Verriß eines Spieles seinen Platz räumen musste. Die betroffene Firma soll laut Lenhardt dem Arbeitgeber des Redakteurs mit dem Enzug von Werbegeldern im sechsstelligen Dollar-Bereich gedroht haben. Mehr Informationen gibt es unter dem oberen Link. Hier ist der Review, der alles auslöste:
Was mich hoffnungsvoll stimmt, ist dass diese Vorgänge in Zeiten der direkten Vernetzung der Konsumenten nicht mehr verborgen bleiben. Früher sind wir alle alleine zum Kiosk gelaufen ist, um uns unsere neueste Ausgabe abzuholen. Heute haben die Nutzer die Möglichkeit, sich innerhalb von Stunden zusammenzuschließen und zu solidarisieren, wenn ihnen etwas nicht passt. So merken wie in dem vorliegenden Fall die Verantwortlichen des Mediums und der betroffene Hersteller unmittelbar, welche negativen Auswirkungen der Vorgang auf ihr Image und damit auf ihre wirtschaftliche Grundlage hat.
Nebenbei bemerkt: Derart kritische und offene Beiträge wie den oben verlinkten von Lenhardt wird kein kommerzielles Medium veröffentlichen. Deswegen lese ich Blogs.