Adresshändler identifizieren mit Mailempfang über eigene Domain
Zu den kostbarsten Währungen im Internet zählt die eigene Adresse. Dies erklärt auch die wachsende Zahl an Gewinnspielen mit kostenloser Teilnahme und auf den ersten Blick hochwertigen Preisen. Ich habe mich zum Beispiel vor ein paar Wochen spontan auf einer Seite angemeldet, um ein iPhone zu gewinnen. Ein simpler, von mir seit längerem praktizierter Trick führte mir vor Augen wie profitabel die Aktion am Ende für den Ausrichter sein dürfte:
Wer wie ich eine oder mehrere Domains besitzt (z.B. www.beispiel.de) und zu ihnen frei E-Mail-Adressen vergeben kann (vorname@beispiel.de oder spitzname@beispiel.de), muss bei diesem Trick nur bei einer Domain eine Mail-Adresse nach dem Muster “*@beispiel.de” einrichten. Das Sternchen sorgt dafür, dass sämtliche E-Mails empfangen werden können, die die genannte Domain enthalten. Jetzt kann der Nutzer bei jeder Anmeldung bei einem Online-Service und vor allem bei Gewinnspielteilnahmen eine spontane Adresse nach dem Muster “gewinnspiel123@beispiel.de” oder “onlinedienstxyz@beispiel.de” angeben. Sollte später als Folge einer Anmeldung massenhaft Werbe- oder Spammail zugesandt werden, lässt sich der Ursprung durch einen kurzen Blick in den Header der Mail leicht an der zum Gebrauch kommenden eigenen Adresse erkennen. Im Falle des angesprochenen iphone-Gewinnspiel wurde meine angegebene Anschrift inklusive E-Mail sagenhafte 15 Mail weiter verkauft, was ich an den nach wenigen Tagen eintreffenden Newslettern von einem Shoppingportal, einem Urlaubsanbieter, einem Internetprovider, einer Online-Videothek und vielen, vielen mehr erkennen durfte.
Wenn man den Gerätepreis eines iPhones 3Gs von etwa 1000 Euro zu Grunde legt und alleine bei mir von einem Adress-Weiterverkaufserlös von schätzungsweise insgesamt 5 bis 15 Euro bei mehreren Hundert bis Tausend Teilnehmern ausgeht, bekommt man einen Eindruck von der Gewinnspanne des Ausrichters.



