Basketballmatch Roter Stern Belgrad vs. Zagreb
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die meisten Dinge hierzulande spontan ergeben. Mein gestriger Abend ist ein exzellenter Beleg dafür. Während ich ursprünglich geplant hatte, mit Freunden ins Kino und anschließend auf eine kleine Pub-Tour zu gehen, saß ich letztendlich mit vollkommen anderen Bekannten in einer Sporthalle und schaute das Basketballmatch Roter Stern Belgrad gegen Zagreb. Es handelte sich um ein Match im Rahmen des Eurocup und Roter Stern gewann souverän mit 95:83. Basketball ist nie so wirklich meine Sportart gewesen. Ich habe mir allerdings sagen lassen, dass der Trainer von Roter Stern auch in Deutschland kein Unbekannter ist, nachdem er unter anderem mit Alba Berlin vier Mal deutscher Meister geworden ist.
Wen es interessiert: Die Karten haben 200 Dinar gekostet, also etwas über 2 Euro. Eine Tüte Popcorn gab es für 50 Dinar, Cola, Fanta oder alkoholfreies Bier für 100. Gibt es in Deutschland eigentlich auch schon Luftdruckkanonen, mit denen sich T-Shirts ins Publikum schießen lassen? In der Halle durfte geraucht werden, was einen amerikanischen Studenten aus unserer Gruppe ziemlich begeisterte. Ebenfalls sein Gefallen gefunden haben die Cheerleader von Red Star, die mindestens so hart gearbeitet haben wie die Spieler und sich alles in allem fünf Mal umzogen. Auf dem unteren Foto sind sie z.B. in den Farben des Sponsors Cockta zu sehen, einer einheimischen Cola, an der ich bei meinen ersten Reisen nach Bosnien Geschmack gefunden hatte.
Was sonst noch auffiel? Aus politischer Perspektive ist gestrige Situation immer noch weit von einem Normalzustand entfernt gewesen. Warum? Schlicht und einfach weil sich – jedenfalls soweit ich sehen konnte – nicht ein einziger durch Trikot oder Vereinsflagge deutlich erkennbarer kroatischer Fan in der Halle aufgehalten hatte. Allerdings habe ich in der zu etwa einem Drittel ausgelasteten Halle auch nur ein halbes Dutzend Roter-Stern-Trikots gesehen. Die Fanartikel sind – genauso wie in Deutschland – ziemlich teuer. Und bei einem Durchschnittseinkommen zwischen 200-300 Euro überlegt man sich drei Mal ob man sich anstelle eines Schals oder Trikots nicht etwas wichtigeres kauft.






