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Archiv für Februar, 2009

Drei Spitzenbeiträge bei Zapp – Aribert Heim, von Guttenberg, Lokalzeitungskrise

12. Februar 2009 1 Kommentar

Die Beiträge der gestrigen Zapp-Sendung stehen online und es ist imho die beste seit langem. Drei Knallerthemen gibt es. Den Anfang macht eine Recherche zu dem Schicksal des KZ-Arztes Aribert Heim, der anders als bisher gedacht anscheinend der Strafverfolgung nach dem zweiten Weltkrieg entkommen und noch unerkannt mehrere Jahre in Ägypten Unterschlupf finden konnte. Eigentlich ja ein politisches Thema, aber der Zapp-Beitrag zeigt, das in diesem Fall Journalisten etwas aufklären konnten, bei dem deutschen Ermittlungsbehörden aufgrund gesetzlicher Schranken die Hände gebunden gewesen sind.

Bei der zweiten, ebenfalls ausgezeichneten Geschichte steht der neue Bundeswirtschaftsminister im Mittelpunkt. Es handelt sich aber nicht – wie ich zuerst vermutete – um eine Nacherzählung der Geschichte mit dem hinzugefügten “Wilhelm” bei Wikipedia (hier dazu Bildblog, Niggemeier-Blog), sondern um eine ernsthafte Eigenrecherche zur angeblichen Tätigkeit des von und zu Guttenberg (Wikipedia/HP) in einem deutschen mittelständischen Unternehmen. Hier wird erneut deutlich, wie verherrend sich der Verzicht auf eigene Nachrecherche in den deutschen Medien auswirkt, weil – bis auf Zapp – sonst alle in den letzten Tagen gedruckt haben, von Guttenberg sei bei einem Unternehmen für Baumaterialien tätig gewesen. Dieses hat aber mittlerweile auf ihrer Internetseite eine Stellungnahme veröffentlicht, in dem es eine Verbindung mit dem Bundeswirtschaftsminister dementiert.

Und nun kommen die kritischen Fragen: Ist es eine schlaue Wahl, jemanden in so einer Position zu haben, der anscheinend was es den außerpolitischen rein-wirtschaftlichen beruflichen Werdegang angeht, hauptsächlich damit beschäftigt gewesen ist, das Vermögen seiner eigenen Familie zu verwalten? Ist es möglich, trotz der finanziellen Kürzungen in Deutschlands Redaktionen trotzdem auch redaktionelle Meldungen wenigstens in Schlüsselstellen zu überprüfen, bevor die Informationen veröffentlicht werden? Wie wirkt es sich aus, wenn das allgemeine Geschehen von immer weniger unterschiedlichen unabhängigen Redaktionen beobachtet wird, die aus Zeitdruck zum Füllen ihrer Seiten immer öfter auf Fremdmaterial von Agenturen oder PR-Material zurückgreifen müssen.

In die Kerbe schlägt übrigens auch der dritte Beitrag über die Aus- bzw. Zusammenlegung von Mantelredaktionen hier an drei Beispielen: Nordkurier, Schweriner Volkszeitung und der Ostsee Zeitung. Ein wichtiges Thema, allerdings im Vergleich zu den beiden anderen Beiträgen einen Tick schwächer umgesetzt. Ich halte es generell für schwierig, wenn die Grundthese eines Beitrages mit spontanen Ausagen von Bürgern bei Straßeninterviews belegt werden soll, da sich hier sicherlich vollkommen unterschiedliche Aussagen finden lassen, von denen die Redaktion aber immer nur eine Auswahl präsentieren und damit die eigene Richtung untermauern. Im aktuellen Fall sind mir die Straßenstatements außerdem gefühlt ein bisschen zu Rentner-lastig. Allerdings ist es wohl auch schwer, zum Thema Zeitung genügend Aussagen aus allen Generationen zu finden, zumal wohl jüngere Passanten sich statistisch bereits nicht so intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Gut ist, dass der Bereich der neuen Medienideen im Netz Erwähnung findet. Und die im Beitrag genannte Gruppe um das studentische Medienprojekt Webmoritz.de ist sicherlich einen Bookmark wert.

Mein neues Traumpaar – Picasa 3 für den Mac und Ipernity

12. Februar 2009 5 Kommentare

Seit ich Mac-Nutzer bin ist in Computerdingen Ordnung, Ruhe und Sicherheit in mein Leben eingekehrt. Nur mit Iphoto konnte ich mich bis heute nicht abfinden. Ich finde die Bedienung unpraktisch. Die Übersicht ist (ich habe zurzeit ein Archiv mit 18.000 Fotos) mangelhaft, die Tag-Funktion umständlich. Was mich aber mit am meisten nervt, ist dass Iphoto die Dateien nicht als normale Einzeldateien auf der Festplatte belassen und verwalten kann, sondern in einem eigenen Verwaltungssystem schluckt. Das ist nicht zuletzt für Sicherheitskopien sehr unpraktisch, wenn jemand wie ich 30GB an Fotomaterial besitzt, aber nicht die Möglichkeit hat, bequem nur Teile davon zu sichern. Zudem war es jedes Mal ein Akt, wenn ich ein Bild aus meinem Archiv bloggen oder jemandem schicken wollte, weil ich es erst aus Iphoto herauskopieren und dann mit anderer Software weiterbearbeiten musste. Grundsätzlich lasse ich nichts auf meinen Mac kommen, habe mich als Thunderbird-Veteran sogar mittlerweile daran gewöhnt, meine E-Mails wie im Programm “Mail” üblich in wenigen großen Ordnern aufzubewahren und dann mittels Suchfunktion die Übersicht zu behalten. Doch Iphoto war mir von Anfang an ein Dorn im Auge. Ich musste bisher in diesen (Achtung Kalauer) “sauren Apfel” beißen, weil es bei Bildverwaltungssoftware keine vernünftige Alternative gab, die sich in einem für mich vertretbaren finanziellen Rahmen bewegte. Bis gestern.

Denn gestern habe ich das frisch für den Mac erschienene Picasa 3 von Google installiert und sehe mich am Ziel meiner Träume. Natürlich gibt es Funktionen, die genial sind, aber bereits bei Iphoto enthalten waren oder meines Wissens in der neuen Version enthalten sein werden. So lässt sich mit einem Knopfdruck aus einer Auswahl von Bildern eine Collage erstellen, anschließend verändern und speichern. Ebenfalls möglich: Mit wenigen Klicks aus einer Bildauswahl einen Film erstellen, mit Hintergrundmusik versehen und bei Youtube oder anderen Filmportalen veröffentlichen.

Nun aber zu den Eigenschaften, die ich bei Iphoto kläglich vermisste. Picasa ist tolerant und akzeptiert die Dateien so wie sie sind, in der Struktur und an dem Ort auf meinem Rechner, den ich mir nach Lust und Laune aussuchen kann. Picasa erlaubt ein sehr schnelles Taggen und Beschreiben von einzelnen oder mehreren Bildern. Picasa hat eine praktische kleine Infozeile im unteren Bildbereich, die mir bei jedem Bild Namen, Erstellungsdatum und Uhrzeit, Bildgröße, Dateigröße und gegebenenfalls gesetzte Tags anzeigt. Und wenn ich zwei oder mehrere Bilder auf einmal markiere, werden in der Zeile die zusammengerechneten Informationen angezeigt. Wenn ich in ein Bild hineinzoome, erscheint automatisch am Rand eine kleine Ansicht des Gesamtbildes, die mir zeigt, wo ich mich gerade befinde. Wenn ich ein Bild in der Einzelansicht betrachte, kann ich über Rechtsklick ein Menü öffnen, dass mich das Bild in allen Bildbearbeitungsprogrammen öffnen lässt, die auf meinem Rechner installiert sind. Als einziger wirklicher Nachteil gegen über Iphoto ist mir bislang aufgefallen, dass man Bilder nicht mit eins bis fünf Sternen sondern nur noch mit einem Stern bewerten kann. Schade. Ich habe durchaus Bilder, die ich in unterschiedlicher Weise “gut finde” und besser auseinander halten würde.

Bei Picasa 3 handelt sich noch um eine Betaversion. Meine Bilanz nach einem Tag ist ein Absturz. Das kann ich verschmerzen, weil ich es erstens von anderer Apple-fremder Software wie Firefox und OpenOffice auch gewohnt bin und weil es zweitens immer noch nichts im Vergleich zu jenen Absturzzahlen ist, die ich in all den Jahren auf meinen PC-Systemen erleben musste. Was den Preis angeht, so gilt wie bei allen Google-Softwareprodukten: Es kostet kein Geld, du verkaufst nur deine Seele (siehe Themenbereich Datenschutz bzw. Google-Weltverschwörung). Wie man sieht, hat es mich nicht abgehalten.

Übrigens lassen sich im unteren Programmbereich Buttons installieren, die auf Knopfdruck eine Bildauswahl bei Flickr, Photobucket, Ipernity oder Facebook hochladen können. Und damit möchte ich zum zweiten Thema kommen: Zukünftig werde ich meine Bilder bei Ipernity hosten. Inwiefern das von Erfolg gekrönt sein wird, werden wir sehen.

Warnung vor dem Tod durch den Cola-Automaten

12. Februar 2009 4 Kommentare

Blog - Tod durch den Cola-Automaten

Strichmännchen leben gefährlich. “NIEMALS SCHÜTTELN ODER UMKIPPEN: Die Maschine kann umfallen und zu schweren Verletzungen oder dem Tod führen.” Diesem amüsanten Warnhinweis auf einem Cola-Automaten bin ich in einem Studentenwohnheim in Prag begegnet.

© Alle Rechte vorbehalten.
Dieses und andere Bilder gibt es auf meinem Account beim Bildportal Ipernity.

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