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Archiv für Februar, 2009

Die zehn in den Medien am meisten vernachlässigten Themen – Eine Chance für ambitionierte Blogger

18. Februar 2009 Keine Kommentare

Die Initiative Nachrichtenaufklärung (HP/Wikipedia-Eintrag) hat bereits zum zwölften Mal die Liste der zehn in den Medien am meisten vernachlässigten Themen veröffentlicht.

  1. Zu viele Straftäter in der Psychiatrie
  2. Pharmaindustrie unterwandert Patienten-Blogs
  3. Kupferbelastung der Umwelt durch ersetzbare Bremsbeläge
  4. Gefährlichkeit starker Psychopharmaka
  5. SED-Vermögen: Immer noch in Liechtenstein und anderswo versteckt?
  6. Gefahren durch Uran-Munition in Kriegsgebieten
  7. Pauschale Berichterstattung über Entwicklungsländer
  8. Idealisiertes Mutterbild statt Berichterstattung über postnatale Depression
  9. Undifferenzierte Berichterstattung über Migranten
  10. Menschenunwürdiger Umgang mit Totalverweigerern in der Bundeswehr

Gerade jene ambitionierte Blogger, die nicht lange zögern, um den klassischen Journalismus zu kritisieren, sollten sich überlegen, zu den genannten Themen zu veröffentlichen. Es ist immer leichter, die Produkte von anderen zu kritisieren, als selbst etwas zu schaffen. Ein paar Scoops in diesem Jahr könnten dem Medium Blog sicherlich weiteren Auftrieb geben.

Ich frage mich zum Beispiel seit längerem, warum gerade größere Medien nicht das Thema 6. aufgreifen. Denn der vor allem in den Anfangsjahren sehr sorglose Umgang mit sogenannter DU-Munition sowie die Folgen für die Bevölkerung des jeweiligen Einsatzlandes bergen eine Menge politischen Sprengstoff. Nicht zuletzt könnte es lohnenswert sein, zu hinterfragen, welche Rolle die Bundeswehr dabei gespielt hat und ob und wenn ja in welchem Maße den beteiligten Soldaten gesundheitliche Beeinträchtigungen daraus entstanden sind.

Aber auch das zweite Thema müsste eigentlich ein gefundenes Fressen für investigative Blogger sein – nicht zuletzt weil der durchschnittliche Journalist vielleicht gar nicht über die technischen Hintergrundkenntnisse verfügt, um so eine Geschichte derart zu recherchieren, wie Personen, die sich täglich dort bewegen.

Hier geht es zur betreffenden Seite und hier zur Pressemitteilung. Abschließen möchte ich mit einem Hinweis auf das Blog “Der blinde Fleck” der Initiative Nachrichtenaufklärung, auf dem immer mal wieder interessantes zu lesen ist.

Positive Auswirkungen von EU-Druck – bis 2012 einheitliche Ladegeräte für Handys

17. Februar 2009 1 Kommentar

Laut einer Meldung auf tagesschau.de sollen sich auf Druck der europäischen Behörden die Handyhersteller auf ein einheitliches Lade-System geeinigt haben, das bis spätestens 2012 im Handel erhältlich sein wird. Dies ist für mich die Meldung des Tages! Schon seit Jahren ärgere ich mich über die unterschiedlichen Standards, nicht nur zwischen den Firmen sondern sogar innerhalb der Modellreihen des gleichen Herstellers. Auf der unteren Abbildung ist ein Teil meiner bisherigen Ladegeräte-Sammlung für Handys nach ziemlich genau 10 Jahren Handynutzung (es begann 1999 mit dem Oliver-Bierhoff-Handy von TD1) zu sehen. Kenner erkennen von oben links nach unten rechts: Nokia, Panasonic, Noname, Nokia, Nokia und Blackberry. Doch damit nicht genug. Von den Nokia-Geräten oben rechts hatte ich mal drei und von den Blackberry-Geräten unten auch, ganz einfach weil bei jedem Handy (ob neu oder gebraucht) eines dabei war.

Blog - Ladegerätesammlung

© Alle Rechte vorbehalten. Dieses und andere Bilder gibt es auf meinem Account beim Bildportal Ipernity.

Die EU-Verantwortlichen haben natürlich mit ihrer Argumentation vollkommen recht, dass sich extreme Mengen an Sondermüll einsparen lassen werden. Zudem werden Leute, die – wie ich – berufsbedingt immer zwei Handys gleichzeitig betreiben, auf Reisen endlich nur noch ein Ladekabel benötigen. Jetzt hoffe ich nur, dass das Ganze möglichst schnell und möglichst gut umgesetzt wird und dann auch beispielhaft für andere Technikprodukte wirkt. Zum Beispiel bei Digitalkameras. Ich bin von der Ixus-Reihe von Canon restlos überzeugt, aber hab mich ziemlich aufgeregt, dass die Akkus älterer und neuerer Modelle nicht kompatibel sind und ich somit meine alten Ersatzakkus in Rente schicken konnte.

Aber was solls. Letztendlich profitieren alle: Die Verbraucher, die Umwelt und sogar die Hersteller. Die generelle Tendenz ist also eindeutig positiv und nun soll noch mal jemand sagen, die EU hätte mit ihren Möglichkeiten nicht auch positive Auswirkungen. ;-)

Sehr interessant in diesem Zusammenhang sind die Wikipedia-Einträge zu den Stichworten Akku und Batterie.

Vibratoren-Anzeigenplatzierung im Missy-Magazine

17. Februar 2009 1 Kommentar

Meiner Meinung nach war so etwas wie das Missy-Magazine mehr als überfällig. Die Gleichberechtigung der Frau ist auch heute noch ein ungemein vertracktes Thema, ja vielleicht sogar noch viel vertrackter als zu Hochzeiten von Alice Schwarzer und ihrer Emma, in denen die Unterdrückung des weiblichen Geschlechts in der Gesellschaft um einiges offensichtlicher und somit das gemeinsame “Feindbild” deutlicher war als in diesen Tagen. Denn auch wenn Gleichberechtigung als Thema schon ein alter Hut und überhaupt nicht mehr in zu sein scheint, verdienen Frauen trotzdem in Deutschland weniger für die gleiche Arbeit und erlangen statistisch um einiges seltener Führungspositionen. Die Autorinnen des Missy-Magazine könnten diese Liste wahrscheinlich problemlos um einige Punkte erweitern. Von Stichworten wie Beschneidung, Zwangsheirat – sowohl in Deutschland als auch noch stärker im Ausland und hier besonders in Entwicklungsländern – wollen wir lieber gar nicht erst anfangen. Also nochmal: Ich freue mich, dass es endlich nach all den Jahren ein von jungen Frauen gemachtes Magazin gibt, das sich mit frecher Sprache und einem gewagten Mix aus ernsthaften politischen und Pop-Themen an das Thema Gleichberechtigung Zwei-punkt-null wagt.

Blog - Cover des Missy Magazine

Wenn sie thematisch auch neue Wege gehen, funktionieren einige Dinge jedoch natürlich trotzdem wie im klassischen Zeitungsgewerbe. Zum Beispiel sind Anzeigenkunden daran interessiert, ihre Inserate neben möglichst themenaffinen redaktionellen Inhalten wiederzufinden, weil dies naturgemäß die Aufmerksamkeit des Lesers erhöht. So auch in Missy-Ausgabe 01/08, wo eine Kolumne folgendermaßen beginnt:

“Der Richtige
35 Prozent aller deutschen Frauen besitzen einen Vibrator. Ich will auch dazugehören. Aber wie finde ich den Richtigen? Ein Einkaufsbericht…”.

Und drei Mal darf man raten, für welches Produkt mit Slogans wie “love yourself”, “Qualität & Innovation” und “Made in Germany” auf der gegenüberliegenden Anzeigenseite geworben wird… .

Die liebe Nachbarschaft

© Alle Rechte vorbehalten.
Dieses und andere Bilder gibt es auf meinem Account beim Bildportal Ipernity.

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