• Home Impressionen Statistik Ebooks Top-Listen Kontakt/FAQ

Archiv

Archiv für Februar, 2009

Tagesschau.de und das Bildurheberrecht

10. Februar 2009 1 Kommentar

Aus aktuellem Anlass möchte ich noch mal auf den Beitrag woher die Bilder von Tagesschau.de stammen  hinweisen. Dort ist (ausführlich durch Bildschirmfotos dokumentiert) zu erfahren, woher jenes Laptop-Bild stammt, das seit einer ganzen Weile Tagesschau.de-Artikel zum Thema Internet illustriert – so wie den heutigen Verweis auf der Startseite zum Beitrag “Safer Internet Day” (Siehe Screenshot unten in diesem Beitrag).

Ich möchte aber gleichzeitig klarstellen, dass es sich hier nicht um ein verkapptes Tagesschau.de-Watchblog handelt, denn auch wenn mir ab und zu ein Detail auffällt, so handelt es sich trotzdem zweifellos um eines der besten journalistischen Produkte in Deutschland und ich habe nicht erst seit einem Besuch in der Redaktion im Mai letzten Jahres einen großen Respekt vor den Kollegen dort und der Qualität ihrer Arbeit. Ich betone dies nur extra, weil einige Leute solche Schnipser oder andere wie zum Beispiel mit der umgedrehten Deutschlandflagge vor ein paar Monaten gerne als Anlass nehmen, die Daseinsberechtigung der gebührenfinanzierten Nachrichten anzuzweifeln. Und dabei vergessen sie, dass grundsätzlich überall, wo Menschen arbeiten, auch mal Fehler passieren können, meistens aber bei ARD-Aktuell die Mitarbeiter eine tolle Qualität abliefern und sich bei ihrer Arbeit nicht an Werbekunden oder der Sexiness von Geschichten sondern an journalistischen Grundwerten orientieren, wobei sie einen entscheidenden Beitrag zur Demokratie in unserem Lande leisten. Wenn jemand privatwirtschaftlich agierende Medien kennt, die in ähnlichem Maße ähnliches leisten, freue ich mich über einen Hinweis.

Trotzdem ist – und diesen Aspekt hatte ich in meinem letzten Beitrag zu dem Thema gar nicht erwähnt – natürlich zu vermuten, dass das besagte PR-Foto auch in so einem kleinen Bildausschnitt eigentlich nicht ohne Hinweis auf den eigentlichen Urheber verwandt werden darf und man würde sich schon wünschen, dass die Redaktion da etwas sorgsamer mit dem Bildurheberrecht umgeht, als beispielsweise die Leute vom Stern.
  

Lesern dieses Blogs wird das Laptopbild bekannt vorkommen.

Festnahme wegen Stromdiebstahl – Klassische Medien als Garant für Nachhaltigkeit bei Information im Netz

10. Februar 2009 Keine Kommentare

Durch Zufall bin ich auf jene kuriose Geschichte gestoßen, die sich vor ziemlich genau 5 Jahren am ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe ereignet hatte und genauso gut mir und wohl auch einem Großteil der Leser dieses Blogs geschehen könnte: 

Ein Student fuhr im November 2003 für eine Tagung nach Kassel. Er kam eine halbe Stunde vor Mitternacht an und brauchte die Adressdaten seiner Unterkunft aus seinem Laptop, hatte aber nach mehr als fünf Stunden Fahrt in einem Steckdosenlosen ICE der ersten Generation keine Energie mehr im Akku und schloss kurzerhand den Rechner an einer öffentlich zugänglichen Steckdose im Bahnhof an. Kennt so eine Situation nicht jeder von uns? Vor allem wenn ich mehrere Tage hintereinander reise, kann es gut sein, dass der Akku für Handy, Laptop oder Digitalkamera mal nicht bis zum Anschlag aufgeladen ist. Manchmal reicht auch ein anstrengender Arbeitstag, bei dem die Geräte intensiv genutzt werden, um abends in die Energie-Bredouille zu geraten. Was den Fall des Studenten damals Kassel-Wilhelmshöhe so bemerkenswert machte, war dass ihn fast unmittelbar an die Aufladeaktion Beamte des Bundesgrenzschutz (heutige Bundespolizei) aufgriffen und vorläufig festnahmen. Als der Verdacht ausgeräumt war, dass Rucksack, Laptop oder Netzteil gestohlen sein könnten, wurde nur noch wegen einem einzigen Delikt gegen ihn ermittelt: Stromdiebstahl. Umgerechnet habe er (je nach Rechenansatz) wohl Strom im Wert von einem Zehntel-Cent bis 5 Cent entwendet. 

Bei diesen Informationen beziehe ich mich auf einen Artikel des Freien Journalisten Wolfgang Lenders aus Leipzig, der sowohl im Reintext als auch als PDF-Datei auf seiner persönlichen sowie der Seite des Trierschen Volksfreundes zur Verfügung steht, sowie auf Artikel in taz und Uni-Spiegel. Dort lässt sich auch nachlesen, dass der Student im Anschluss nichts mehr zu befürchten gehabt habe, da dass Verfahren wahrscheinlich durch die Staatsanwaltschaft wegen Geringfügigkeit eingestellt würde. Die Tatsache, dass auch die genannten Medien das Thema nicht weiter aufgegriffen haben, lässt darauf schließen, dass die Geschichte damals tatsächlich damit ihren Abschluss fand.

Der Vorfall selbst ist kurios und aus meiner Sicht ein Beispiel für übertriebene Maßstäbe der beteiligten BGS-Beamten. Was ich aber ebenso bemerkenswert finde wie den beschriebenen Vorgang, ist dass die Geschichte mittlerweile so gut wie aus dem Netz verschwunden ist. Bei einem Geschehnis vor 1999/2000 würde mich das nicht wundern, da dies ungefähr der Zeitpunkt ist, zu dem ein Medium nach dem anderen begann, seine Inhalte auch online zu publizieren. Aber 2004 ist ja nun beileibe keine “Internetsteinzeit” mehr. Jedoch habe ich dazu bis auf die oben verlinkten drei Zeitungsartikel und bis auf diesen und diesen Blogbeitrag nichts entdecken können. Mehrere Links – darunter sowohl auf den Eintrag im damaligen Blog des Betroffenen als auch einen Beitrag bei Greenpeace  - bringen bloß noch Fehlerseiten zu Tage.

Nach fünf Jahren würde es mich auch nicht wundern, wenn ein Großteil der Leser dieses Blogs durch diesen Eintrag zum ersten Mal von der Geschichte erfährt, entweder weil er sie damals nicht bewusst mitbekommen hatte oder noch zu jung war. Für mich zeigt sich die Relevanz der klassischen Medien als Chronist und gleichzeitig wird an diesem Beispiel bewusst, wie vergänglich das Netz ist. Immer häufiger fällt es mir auf, wenn ich bei Recherchen auf Fehlermeldungen von Seiten, Forendiskussionen oder Blogs gelange, die nicht mehr existieren.

Einer der Vorteile der neuen privaten Publikationsformen ist also zweifellos ihre Schnelligkeit, ein deutlicher Nachteil scheint die mangelnde Nachhaltigkeit von Informationen zu sein. Wer also – wie ich – dafür argumentiert, dass die klassischen Medien von Ihren Online-Artikeln auch auf externe Quellen wie z.B. Blogs verlinken sollen, muss sich darüber klar sein, dass mit fortschreitendem Alter der Geschichte automatisch immer mehr tote Links in den Seiten zu finden sein werden, weil private Netzangebote keine Verpflichtung zur Kontinuität haben und aus viellerlei Gründen aufhören können, zu existieren. Das ist aber alles halb so wild, denn es sollte für die Verlage eine Kleinigkeit sein, ein Programm schreiben zu lassen, das die eigenen Inhalte regelmäßig überprüft und gegebenenfalls Links entfernt oder aktualisiert.

Mich hat die Geschichte in Kassel-Wilhelmshöhe übrigens an eine Entdeckung während eines Aufenthalts in Kroatien erinnert. T-Mobile hatte damals am Flughafen in Zagreb ein Ladeterminal mit Anschlüssen für mehrere Handymodelle aufgehängt. Das halte ich mal für eine wirklich sinnvolle und positive Werbeidee, die ich im Juni 2007 bildlich festgehalten hatte:

Fehlermeldung false false false MicrosoftInternetExplorer4

10. Februar 2009 Keine Kommentare

Auf einem Blog zur Berlinale fiel mir mitten im Fließtext folgender Einschub auf:

Normal 0 21 false false false MicrosoftInternetExplorer4

Als ich dann mal die Suchmaschine bemühte, erhielt ich über eine Million Treffer für Seiten, bei denen diese oder eine ähnliche Phrase offen einsehbar im Text enthalten zu sein schien – darunter auch viele Blogs. Bei einem Treffer handelt es sich um einen Foren-Eintrag, in dem davon die Rede ist, dass die betreffende Phrase zusätzlich in Html-E-Mails vorkommt. Hat vielleicht einer der Mitlesenden eine Erklärung für das Phänomen und weiß, warum es bei manchen Blogs mitten im Text vorkommt?

Seite 10 von 12« Erste«...89101112»

Werbung

Hipstamatic-Serie Serie 10 journalistische Tipps Serie Impressionen meines Lebens Meine Facebook-Fanseite
RSS
  • Google
  • Youdao
  • Xian Guo
  • Zhua Xia
  • My Yahoo!
  • newsgator
  • Bloglines
  • iNezha

Kategorien

  • ansehen
  • lesen
  • premium
  • produkt-tipp

Letzte Artikel

  • Schnellzug
  • Johanneskirche am Feuersee
  • Reifenstein
  • Wagenhallen Stuttgart
  • Lamellen
  • Schuldenuhr bei Nacht
  • Armee aus Engeln
  • Stuttgart blutet
  • Fahrrad-Ei
  • Your Disco needs you
  • Expedit IKEA-Hack
  • Da lang
  • Hamburger Meile
  • Fliegende Schiffe
  • Perlenkrokodil
  • Iron in the Sky
  • True Colours
  • Big Brother is Watching Him
  • Leaving Hamburg
  • Pickup

mediales

  • Bildblog Medienkritik
  • Burksblog
  • Daniel Bouhs
  • Filmkritikerin.de
  • Medienpiraten.tv
  • Pauline Tillmann
  • Reportography.de
  • Sebastian Brinkmann
  • Vanity Care

vermischtes

  • Boschblog
  • Freak und Informatiker
  • Janniz
  • Jovelstefan
  • Magerfettstufe
  • Nicht spurlos
  • Text & Blog
  • Willi’s Blog

Archiv

  • 2011
  • 2010
  • 2009
  • 2008
  • 2007
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Oben WordPress
Copyright © 2007-2012 Journalist und Optimist
Theme by NeoEase. Valid XHTML 1.1 and CSS 3.