Feinster Katzen-Content bei Pfotenhieb
Was für innovative Projekte sich mit wenigen Mitteln aber viel Kreativität im Netz verwirklichen lassen, zeigt das junge Redaktionsteam von Pfotenhieb. Auf der dazugehörigen Internetseite und im Redaktions-Blog lässt sich ein guter Eindruck von dem Enthusiasmus aber gleichzeitig auch der Qualität gewinnen, mit der das Projekt betrieben wird.

“Enttäuscht von den momentan im Handel erhältlichen Hochglanzmagazinen haben wir uns darum entschlossen, ein wirklich gutes Katzenmagazin auf den Weg zu bringen. Von Katzenhaltern für Katzenhalter geschrieben, mit dem nötigen Sachverstand, Liebe zum Detail und journalistischen Kenntnissen. Ein Blatt, das nicht auf Werbeeinnahmen fixiert ist, die ein oder andere unbequeme Wahrheit ans Licht bringen kann und sich nicht scheut, sich selbst zu verbessern.“
So beschreibt Chefredakteurin Lena Hüsemann offiziell die Motivation der Gründung. Und wenn ich auch den “nötigen Sachverstand” im Bezug auf Katzen nicht beurteilen kann, so ist die “Liebe zum Detail” zweifellos erkennbar und die “journalistischen Kenntnisse” lassen sich an zahlreichen Punkten festmachen: Da wäre zuallererst der saubere und vernünftige Eindruck, den Blog, Internetseite und Heft beim Betrachter von Anfang an hinterlassen, der sich mit längerer Betrachtung sogar noch verfestigt. Da wäre die kreative und engagierte Zusammenstellung der Inhalte, des eigentlichen “Katzen-Content”. Da wäre der lockere, leichte aber gleichzeitig informative Schreibstil. Und da wäre nicht zuletzt die professionelle Präsentation des im Zweimonatstakt erscheinenden PDF-Heftes gegenüber potentiellen Werbekunden.
Auf 52 Seiten der aktuellen zweiten Ausgabe entfallen drei Anzeigenseiten. Das ist zwar marktwirtschaftlich etwas betrüblich für die Macher, aber jeder Grafiker wird sich in so einer Situation freuen, weil er sich praktisch ohne Rücksicht nehmen zu müssen auf die Gestaltung der Inhalte konzentrieren kann. Und genauso ist es augenscheinlich auch hier gewesen. Das dreispaltige Layout wird nur von wenigen Zusatzelementen bestimmt und kommt fast minimalistisch daher. Während die Fotos sich thematisch der Monothematik des Heftes anpassen, in dem sie fast alle eines der Tiere zeigen, ist textlich Vielfalt angesagt. Es geht um Wurmkrankheiten, Überlegungen zum Charakter einer Katze, das praktische Basteln von Wollbommeln, Buchtipps und Wissenswertes zum richtigen Fotografieren des eigenen Tieres. Sogar ein Katzenkrimi und ein kleines aber charmantes Gewinnspiel fehlen nicht.
Ich mache mal aus meiner persönlichen Sympathie für das Projekt keinen Hehl, denn mir gefällt, wie hier mit frischem Elan und deutlich spürbarer Liebe zur Thematik eine Idee umgesetzt wird. Bei einem Vergleich der aktuellen Pfotenhieb-Ausgabe mit einem kommerziellen Produkt schneidet ersteres gar nicht schlecht ab, vor allem wenn berücksichtigt wird, mit was für bescheidenen Bordmitteln es entsteht.
Abschließen möchte ich mit einer passend zur adventlichen Zeit etwas gefühlvolleren Geschichte. Der spanische Ort Cordoba genießt in Deutschland ja sowieso nicht gerade die größte Popularität. Nun sollten aber wie hier im Pfotenhieb-Forum nachzulesen ist, genau dort auf einen Schlag 20 Katzen eingeschläfert werden, weil kein Platz für sie gefunden werden konnte. In diesem Fall konnte allerdings dank der Veröffentlichung im Pfotenhieb-Blog und -Forum Abhilfe geschaffen werden, denn dem letzten Forenbeitrag von gestern nach zu urteilen konnten bereits für 17 der 20 Tiere aufnahmewillige Katzenliebhaber in Deutschland gefunden werden, die demnächst passend zum Weihnachtsfest miauende Luftfracht erhalten sollten.




