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Archiv für September, 2007

Ich bin der deutsche Google-Optimist

20. September 2007 4 Kommentare

Heute war ich doch glatt ein bisschen baff, als ich Suchbegriffe nachgoogelte, über die Besucher zu mir gefunden hatten. Mit Erstaunen bemerkte ich, dass bei der Suche nach “Optimist” auf den “Seiten auf Deutsch” mein Blog gleich an vierter Stelle auf der ersten Ergebnisseite angezeigt wird – direkt hinter einer Segel-Seite, einem Wikipedia-Eintrag über die Segelklasse “Optimist” und dem Wikipedia-Eintrag zum Optimisten an sich. Noch größer ist die Überraschung bei der Suche nach “Optimist” auf “Seiten aus Deutschland”, wo ich dann – wie auf dem oberen unmanipulierten Screenshot zu erkennen ist – unmittelbar an zweiter Stelle erscheine.

Ähnlich überraschend ist das Ergebnis beim Suchwort “Journalist”. Unter “Seiten auf Deutsch” findet sich journalist-und-optimist.de direkt an erster Position der zweiten Ergebnisseite. Bei “Seiten aus Deutschland” bin ich sogar auf der ersten Startseite und zwar zurzeit an vorletzter Position vertreten. Dies ist umso erstaunlicher, als dass es in Deutschland ja Abertausende Journalisten und Medienschaffende aller Couleur mit rasant wachsender Zahl an Internetseiten, Blogs und Foren gibt.

Ich lasse mich gerne in den Kommentaren korrigieren und ergänzen, aber zurzeit habe ich drei Thesen für mein gutes Ranking:

1. Google scheint beim Ranking den in Domain-Namen enthaltenen Wörtern viel größere Relevanz beizumessen, als den in einfachen Seitentexten enthaltenen Begriffen.

2. Google scheint Blogs viel stärker zu beachten, als herkömmliche Internetseiten, wobei hier der Grund wahrscheinlich in der von Haus aus größeren Vernetzung der Blogoberflächen und Programme und der intensiven Verlinkung innerhalb der Szene zu suchen ist.

3. Bei beiden angesprochenen Suchbegriffen haben sich wohl (erfreulicherweise wie ich finde) noch keine kommerziellen Seitenanbieter interessiert und engagiert, die mit Suchmaschinenoptimierung die vorderen Ränge in den Suchergebnissen blockieren.

Natürlich freue ich mich über die Platzierungen, weil vielleicht über sie dem Blog noch etwas mehr Aufmerksamkeit und Interaktion zukommt. Ich bin mir aber auch bewusst, dass es sich nur um ein kleines Zeitfenster handeln könnte, das sich dann kurz- bis mittelfristig schließt, wenn noch mehr professionelle Portale und Seiten zu “Journalismus” und “Optimismus” entstehen. Immerhin handelt es sich dabei als Bestandteile der größeren Bereiche “Medien” und “Psychologie” nicht gerade um Randthemen. Eine Suche der gleichen Begriffe bei “Yahoo” und “Ask” verlief übrigens ohne Ergebnis. Dort bin ich mit den beiden Einzelbegriffen nicht mal auf den vorderen Seiten vertreten. Zumindest bin ich getreu meinem Naturell “optimistisch”, dass eine gleichzeitige Suche nach beiden Wörtern bei den wichtigsten Suchmaschinen dauerhaft dieses Blog in den Ergebnissen anzeigen sollte.

Nachtrag 23.09: Damit niemand denkt, dass ich der einzige wäre, der auf seine Google-Platzierung achtet, hier ein Link zum Bestatter-Weblog: Klick

Mit Elektroschocks gegen Studenten

20. September 2007 4 Kommentare

In mehrerlei Hinsicht interessant ist jener Zwischenfall, der sich vor zwei Tagen während einer Veranstaltung mit dem US-Senatoren und ehemaligen US-Präsidentschaftskandidaten John Kerry an University of Florida zugetragen hat. Wie die BBC (und etwas später mit Bezug auf CNN als Quelle auch Spiegel Online) berichtete, wurde ein 21-jähriger Student namens Andrew Meyer von Polizisten überwältigt und verhaftet. Die Tatsache, dass die Polizisten dabei gegen den bereits wehrlos am Boden liegenden eine Elektroschock-Waffe (Englisch “Stun gun” oder “Taser”) einsetzen, sorgt derzeit für eine größere Kontroverse in den amerikanischen Medien.

Schlüsselelement für die Diskussion sind zahlreiche, von unterschiedlichen Personen aus unterschiedlichen Positionen mit Videokameras, Handykameras und digitalen Fotoapparaten angefertigte Aufnahmen. Während ich diese Zeilen schreibe befinden sich alleine unter den zwölf meistbetrachteten Videos bei YouTube sieben (teilweise identische) Clips der Ereignisse an der University of Floria.


Screenshot der Top-Videos bei YouTube (angefertigt am 19.09. gegen 20 Uhr). Die Videos mit Bezug auf den Taser-Zwischenfall sind rötlich markiert.

Bereits im November letzten Jahres sorgte der Einsatz von Elektroschocks gegen einen Studenten auf dem Campus der University of California für Wirbel (Hier der englische Wikipedia-Eintrag). Seinerzeit soll sich ein iranischstämmiger Philosophie-Student mit amerikanischem Pass in der Universitätsbibliothek geweigert haben, sich im Rahmen einer Routinekontrolle gegenüber dem Sicherheitspersonal auszuweisen. Die daraufhin gerufenen Polizisten setzen eine sogenannte “Stun Gun” gegen den unbewaffneten, 23-jährigen Studenten ein. Ein mit einer Digitalkamera oder Handykamera aufgenommenes Video des Vorfalls ist bei YouTube bis zum heutigen Tage bereits über 700.000 Mal angesehen worden. Darin zeigt sich auch, dass mehrere Studenten engagiert an Ort und Stelle gegen die in ihren Augen ungerechtfertigte Polizeigewalt protestieren.


Video vom Elektroschock-Einsatz gegen einen Studenten auf dem Campus der University of California.

Der aktuelle Vorfall dagegen birgt Potential für eine längere und auch intensivere Debatte. Dabei lässt sich ebenso beobachten, wie die immer stärkere Verbreitung von Technik auch immer stärkeren Einfluss auf die politischen Prozesse in den modernen Gesellschaften nehmen wird. So erhielt der “University of Florida Taser incident” bereits nach wenigen Stunden einen eigenen Eintrag bei der englischen Wikipedia, wobei dort nun intensiv diskutiert wird, ob die Relevanz des Geschehens die Erwähnung in der Online-Enzyklopädie rechtfertigt. Zudem rufen in einer schon fast zynischen Anspielung auf den amerikanischen Wahlspruch “In God we Trust” die Anhänger von Andrew unter InAndreWeTrust.com zur Unterzeichnung einer Petition auf. Auf Facebook bilden sich zudem Gruppen mit Namen wie “I am a Student. DO NOT TAZE ME!” oder “BUSH is an asshole, but JOHN KERRY had me TASERED”.

Während in den Kommentaren bei themenbezogenen Blogeinträgen und Zeitungsartikeln sowie bei YouTube und Facebook Befürworter und Kritiker von Andrew Meyer diskutieren, bieten die zahlreichen Videos aus verschiedenen Perspektiven jedem Interessierten die Möglichkeit, sich selbst eine Meinung zu bilden. Wer will, kann sogar den Original-Polizeibericht lesen, der inklusive zahlreicher persönlicher Angaben und Informationen offen zum Download im Internet steht. Meyer hat innerhalb von zwei Tagen mit Hilfe von YouTube einige Bekanntheit in den Staaten erlangt und konnte nebenbei dank intensiver Verlinkung durch die Medien eine wahre Explosion der Besucherzahlen auf seiner Internetseite verzeichnen. Lesenswerte Beiträge zum Thema gibt es unter anderem bei der Seattle Times und der Washington Post. Zu den interessantesten Quellen gehören außerdem ein Eintrag auf dem politischen Weblog Daily Kos sowie die Berichterstattung auf einem zu USA Today gehörenden Blog. Beim Blog Huffingtonpost gibt es dazu gleich mehrere empfehlenswerte Texte, unter anderem von Naomi Wolf und Jon Robin Baitz.

Ich habe generell großen Respekt vor der Arbeit, die Polizisten und Ordnungskräfte tagtäglich leisten – sowohl in den Staaten als auch in Deutschland und andernorts. Sie sind diejenigen, die meist gegen eine niedrige Entlohnung als erste sprichwörtlich den Kopf hinhalten und ihre Gesundheit riskieren, wenn andere Institutionen wie zum Beispiel das Schul- und Sozialsystem versagen, egal ob es um die Absicherung von Hooligans bei Sportveranstaltungen geht, die Begleitung von politischen Demonstrationen oder den alltägliche Umgang mit kleineren Vergehen und kapitaleren Verbrechen. Die Arbeit der Polizei ist ein Schlüsselelement für die Sicherheit und Stabilität eines jeden demokratischen Rechtsstaates.

Auch die Polizisten an der Universität von Florida haben die Aufgabe gehabt, den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten, sind dabei jedoch in meinen Augen deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Wenn sie mit 19 Mann bzw. Frau nicht in der Lage sind, einen einzelnen Studenten ohne Einsatz eines Elektroschockers aus dem Raum zu befördern, ist dies ein Armutszeugnis. Auch Andrew Meyer ist nach dem was unter anderem auf seiner Internetseite zu lesen ist, kein Kind von Traurigkeit und hätte mit weniger Zynismus und Emotionalität bei seinen Fragen an den Senator vielleicht die Abstellung des Mikrofons und mit etwas kooperativerem Verhalten gegenüber der Polizei gar seine Verhaftung vermeiden können. Wie sich auch in den bereits oben erwähnten Diskussionen in Foren und Kommentar-Bereichen zeigt, teilt sich das Feedback in erschütterte Kritiker der Polizeigewalt und eine an Beiträgen gemessen deutlich kleinere Gruppe, nach deren Meinung sich der verhaftete Student die ruppige Behandlung mit seinem ungebührenden Verhalten selbst eingebrockt hat.


Der aktuelle Vorfall an der University of Florida.

Mich persönlich überrascht, dass die Verantwortung in all den Meinungsäußerungen so selten bei John Kerry gesucht wird. Dieser sagte später nach Verlassen des Gebäudes, dass er von dem Elektroschock-Einsatz überhaupt nichts mitbekommen hatte. Allerdings müsste er von der Bühne aus zumindest deutlich gesehen haben, dass der Fragesteller in jenem Moment verhaftet und abgeführt wurde, als er mit der Beantwortung der kritischen Fragen begann. Ich verstehe nicht, dass der ehemalige Kandidat für das US-Präsidentenamt es nicht für nötig hielt, sicherzustellen, dass der Fragende seinen Antworten auch wirklich zuhören kann. Als Führungspersönlichkeit mit eigenem Mikrofon und der Kontrolle über den ganzen Saal hätte Kerry meiner Meinung nach reagieren und beschwichtigend eingreifen müssen. Ein oder zwei kurze Sätze hätten hätten vielleicht schon ausgereicht, damit sich die Situation entspannt. Statt dessen muss er nun tatenlos zusehen, wie am Rande der Berichterstattung über den Vorfall auch die kritischen Fragen des Studenten in sämtlichen Medien des Landes Erwähnung finden.

Die Matrix

18. September 2007 Keine Kommentare

Ich möchte betonen, dass das vorliegende Bild in keinster Weise manipuliert, sondern genauso aufgenommen worden ist, wie es sich auch in der Realität darstellt. Es handelt sich um keine optische Täuschung, sondern vielmehr um das Kunstwerk eines benachbarten Kunst-Kombinates. Gesehen im Eppendorfer Weg in Hamburg-Eimsbüttel.

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