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Mit vier Buben an die Börse
Hinweis: Dies ist eine von trigami vermittelte Auftragsarbeit, für welche ich ein Honorar erhalte. Konkret heisst das: Ich werde dafür honoriert, dass ich über ein Produkt oder eine Dienstleistung schreibe (und nicht dafür, dass ich positiv darüber schreibe). (Mehr Informationen)
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Das Thema Online-Kartenspiele hat ja durch diverse schwarze Schafe in der Branche nicht gerade den besten Ruf. Was mich bewogen hat, sich trotzdem hier mit dem Angebot des Unternehmens “PlayJack” zu beschäftigen, war der ganz vernünftige Eindruck der Firmendokumentation. Hier gibt es zum Beispiel eine PDF-Datei mit genaueren Informationen zum Download. Dieser relativ offene Umgang mit Angaben zur finanziellen Situation des Unternehmens, zum Gewinnkonzept und sogar zur Struktur der Mitbewerber lässt sich übrigens leicht erklären. Bei der in München ansässigen deutschen GmbH handelt es sich um eine hundertprozentige Tochter eines in Eindhoven zu findenden niederländischen Aktienunternehmens.
Und die Verantwortlichen haben ein ehrgeiziges Konzept geschnürt, das sich aus der Selbstbeschreibung in der oben verlinkten Broschüre erkennen lässt: “PlayJack ist eine Online-Skill-Gaming-Plattform rund um den Skat. Sie hebt das traditionsreiche Spiel auf eine neue Stufe der Spielkultur und macht es zum Lifestyle-Event. Als öffentliches Erlebnis wird das Spiel um die vier Buben noch packender und macht auf einer großen Online-Basis jetzt noch mehr Spaß als am Stammtisch oder zu Hause.”
Dabei sollen sich die Aktivitäten nicht nur auf Online-Spiele beschränken. Die erfolgreichsten Spieler werden laut Konzept bei Turnieren persönlich aufeinander treffen, von denen einige dann sogar im Fernsehen zu sehen sein sollen. Unwahrscheinlich ist dies nicht angesichts der Tatsache, dass das Management-Team über langjährige TV-Erfahrung und vermutlich auch über die notwendigen Kontakte verfügt, um so ein Projekt anzustoßen.

Um Seriösität zu gewährleisten hat sich Playjack bei Regelfragen als Partner den Skatverband Region München e.V. ins Boot geholt. Die Zusammenarbeit scheint übrigens so gut zu sein, dass dem dreiköpfigen offiziell auf PlayJack ausgewiesenen Schiedsrichterteam sowohl der Präsident als auch der Vizepräsident jenes Skatverbands angehören. Ich habe aber keine Ahnung von den Strukturen der deutschen oder internationalen Skatwelt und es gehört auch nicht zu meiner Aufgabe, mich da jetzt weiter zu vertiefen.
Die Praxis
Um Neuanmeldungen zu motivieren, gibt es zurzeit eine Gutscheinaktion, bei der kostenlos von Anfang an 25,- Euro Startkapital zur Verfügung stehen. Die Anmeldung erfolgt ausgesprochen schnell und unkompliziert. Kontaktdaten in ein Formular eingeben, absenden, Bestätigungs-E-Mail erhalten und dort den Bestätigungslink drücken. Fertig. Nach 1 Minute ist man “drin”.
Nun kann man sich mit Nutzername und Passwort einloggen. Die Oberfläche ist einfach aber übersichtlich gestaltet. Ich bin kein großer Freund von unnötigem Schnickschnack und hier ist für meinen persönlichen Geschmack das richtige Verhältnis zwischen Gestaltung und Funktionalität gefunden worden. In der oberen Menüleiste kann ich meinen Account einsehen, im FAQ oder Forum nachschlagen oder den Kontakt zu den Seitenbetreibern suchen.
In der Seitenleiste am linken Bildrand gibt es Infos zu Turnieren, Terminen, Ergebnissen und den oben besagten Schiedsrichtern. Der wichtigste Button heißt aber schlicht “Jetzt spielen“. Und wer ihn betätigt, erhält ein Extrafenster, das ich hier mit einem Bildschirmfoto dokumentiert habe:

Auf der linken Seite sind ein Teil der sich im System befindlichen Spieler zu sehen. Rechts oben finden diese sich zu Spielen zusammen, wobei zu erkennen ist, wie hoch der Mindesteinsatz ist und auf wieviele Spiele die Partie angelegt ist. Die oberen Buttons zeigen die zum jeweiligen Zeitpunkt verfügbaren Spiele um Geld und Turniere an. Rechts unten ist ein Chatfenster, in dem sich wichtigste Dinge besprechen lassen.

Hier der Einblick in ein typisches Spiel mit drei Teilnehmern. Auch dabei ist die grafische Gestaltung angenehm schlicht und funktional gehalten. Das Spiel steht im Vordergrund.

Nach jedem Einzelspiel gibt es eine ausführliche Statistik, die offenbart, was für eine komplexe Mathematik hinter Skat steht.
Ich selbst gehöre nicht zur typischen Zielgruppe des Portals. Umso mehr hat es mich gereizt, mal einen Eindruck davon zu gewinnen. Ich weiß noch genau, wie ermüdend es seinerzeit gewesen ist, als Freunde versucht hatten, mir das Skatspielen auf herkömmlichem Wege beizubringen. Im Endeffekt hat man mehr Zeit damit verbracht, die Regeln zu diskutieren, als wirklich zu spielen. Dies läuft hier praktischer, weil zum Beispiel die Software mich nur Karten legen lässt, die ich den Regeln zu Folge auch legen darf. Außerdem erhalte ich nach jedem Spiel eine ausführliche Statistik, in der ich meine Schritte und Fehler analysieren kann. Wer sich wie ich neu in diese Materie hineinfuchsen möchte, sollte übrigens unter anderem dies hier lesen. Vor allem diese Übersicht der Werte beim Reizen ist Gold wert. Ich fand es etwas schade, dass PlayJack hier nicht ähnliche grundlegende Informationen anbietet, dich sich gezielt an Anfänger richten. Die Erklärung der Regeln und der FAQ eignen sich nicht wirklich zum “Lernen”. Ich denke nicht, dass es so umständlich oder auch teuer wäre, hier noch eine Unterseite mit einem verständlich bebilderten Anfängerkurs einzubauen.
Ein zweiter Punkt, der sich noch ausbauen ließe ist der Social-Web-Gedanke. Soweit ich mitbekommen habe, kann ich außer meinem Benutzernamen zurzeit nichts an meinem Profil ändern. Wer sich aber alleine den sehr grundlegenden Chat-Raum bei der Spielorganisation ansieht, merkt was für ein Potential hier existiert. Die Mitspieler hatten sich in meinem Fall als ausgesprochen freundlich erwiesen und sich sogar ob meiner etwas unbefriedigenden Ergebnisse solidarisch gezeigt.
Weitere Punkte dir mir bei der ganzen Geschichte einfallen sind zum einen der Jugendschutz und zum anderen der Schutz von spielsüchtigen Personen. Ersteres sollte wahrscheinlich dadurch geklärt sein, dass ja die Teilnahme nur für volljährige Personen zugelassen ist. Der Schutz von spielsüchtigen Personen gestaltet sich natürlich ungleich schwieriger. Ich habe hierzu in den Dokumentationsmaterialen von PlayJack nichts gefunden, frage mich aber auch wie so etwas ohne die stärkere Kontrolle der teilnehmenden Personen möglich wäre, was dann ja wieder andere Themen wie Datenschutz streifen würde.
Auf jeden Fall würde ich die Überschrift “Forum” im Obermenü in “Blog” ändern, weil sich darunter ja kein Forum sondern das “PlayJack-Blog” verbirgt. Dass sich darin nur Turnierankündigungen und praktisch keine aktuellen persönlichen Informationen aus dem Unternehmen selbst finden lassen steht noch auf einem anderen Zettel. Hier verkennen die Verantwortlichen wohl zurzeit noch den positiven Wert, den eine kontinuierliche, offene und ehrliche Firmenkommunikation über ein eigenes Blog für die Identifikation der Kunden und Nutzer mit ihrem Unternehmen haben kann. Aber als Optimist halte ich es ja durchaus für möglich, dass auch die zurzeit über Trigami zu Stande kommenden Blogrezensionen bei PlayJack ein Umdenken im Umgang mit dem eigenen Blog zur Folge haben könnten.
Fazit
Die grafische und strukturelle Umsetzung gefallen mir. Das Spiel macht Spaß. Der Anbieter scheint – zumindest soweit ich es prüfen konnte – seriös zu sein. Für diejenigen der laut Unternehmensinformationen insgesamt etwa 15 Millionen Skatspieler im deutschen Raum, die sich nicht scheuen, um ein paar Euro Spieleinsätze zu spielen, scheint PlayJack also wirklich ein interessantes Portal zu sein. Und wenn sich die Verantwortlichen überlegen würden, den kostenlosen Bereich noch etwas auszubauen, könnte es auch für weniger ernsthafte Spieler zu einem interessanten Anlaufpunkt werden.
Weihnachtskalender 2007 – Tag 24
Allen Lesern dieses Blogs wünsche ich ein glückliches Weihnachtsfest!
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